Lockdown für Ungeimpfte: 2G im Non-Food-Hande...
 
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Wie die Bundesregierung vergangenen Sonntag bekannt gegeben hat, gilt seit Montag, 15. November in ganz Österreich ein Lockdown für Ungeimpfte. Das bedeutet, dass auch das Einkaufen nur mit 2G möglich ist.

Keine Impfung, kein Shopping - für Personen ohne doppelte Immunisierung gelten die gleichen Regeln wie bei den vergangenen Lockdowns. Sprich: Nur die notwendigsten Einkäufe sind erlaubt, man darf zur Arbeit, in gewissen Situationen Hilfe leisten und sich die Beine vertreten. Wer nun die erste Impfung nachholt, kann in Kombination mit einem PCR-Test diese als 2G gelten lassen. Wer eine Covid-Infektion überstanden hat, gilt 180 Tage lang als "2G-tauglich". 

Der Handelsverband nimmt die Einschränkungen zur Kenntnis, bezweifelt jedoch deren Wirksamkeit. Die Gelegenheit wird genutzt, um an die Vorschläge aus dem Sommer zu erinnern: Statt Einschränkungen sollen die Impfungen mit Gutscheinen oder Lotterien verbunden werden. Die Regierung habe diesen Vorschlag des Verbandes jedoch nicht berücksichtigt. Eine Anwendung beider Systeme - Einschränkungen für Ungeimpfte und Incentives für die Impfung - wären auch im Sinne der Interessensvertretung.

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will dazu: "Nachdem die Empfehlungen im Sommer nicht aufgegriffen wurden, ist es besonders negativ, dass der Handel nun als Hebel verwendet wird, um Kontakte zu reduzieren, obwohl die Branche kein Corona-Hotspot ist. Wir fordern Wirtschaftshilfen und insbesondere einen Umsatzersatz 'neu', der alle betroffenen Unternehmen zeitnahe erreicht, denn die doppelten Gehälter stehen an und wir verlieren rund ein Drittel der Umsätze außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels durch diesen Eingriff. Arbeitsplatzsicherheit muss Zug um Zug mit der Pandemiebekämpfung einhergehen. Bundesweit erwarten wir durch den Lockdown für Ungeimpfte einen Umsatzeinbruch von bis zu 350 Millionen Euro wöchentlich im stationären Non-Food-Handel."

Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk in der WKÖ, sagt zu den 2G-Einschränkungen: "Auch wenn Verschärfungen notwendig sind, um das Pandemiegeschehen in den Griff zu bekommen, darf das nicht auf dem Rücken der Betriebe und ihrer Mitarbeiter geschehen. Die neue Verordnung führt zu wesentlichen Umsatzeinbrüche für weite Bereiche des Gewerbes und Handwerks. Die Bundesregierung ist daher aufgefordert, rasch unbürokratische und treffsichere Unterstützungsmaßnahmen zu setzen und die angekündigte Verlängerung der Wirtschaftshilfen rasch umzusetzen. Dabei sind auch Mischbetriebe und indirekt betroffene Betriebe zu berücksichtigen."

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