kika/Leiner: Man kündigt und schließt bei kik...
 
kika/Leiner

Man kündigt und schließt bei kika/Leiner

Signa Marketing and Press / wikimedia commons
René Benko © Signa Marketing and Press / wikimedia commons
René Benko © Signa Marketing and Press / wikimedia commons

Gestern Abend wurde bekanntgegeben, dass man im Zuge der Turbulenzen der Steinhoff-Gruppe, die in Österreich kika und Leiner betrieb, nun doch Personal kündigen und Standorte schließen wird.

Die Aussendung des neuen Eigentümers SIGNA Retail Gruppe hebt hervor, dass man Kosten senken, Prozesse optimieren und wirtschaftlich arbeiten müsse. Den Grund für diese Notwendigkeit sehe man darin, Zitat: „Die Strategie des Vorbesitzers, kika/Leiner als Teil eines globalen Möbelkonzerns zu positionieren, hat das Unternehmen an den Rand der Insolvenz geführt.“ Nun sei es wichtig, kika/Leiner eine nachhaltige Perspektive zu geben und die Zukunft zu sichern. Dabei stehe das Unternehmen vor einem tiefgreifenden Wandel, der zwingend notwendig ist. Man möchte auf die „Tugenden, die kika/Leiner lange ausgezeichnet und erfolgreich gemacht“ hätten, bauen: auf die Identität als mittelständisches, österreichisches Traditionsunternehmen im Möbelhandel.

Deswegen würden „nach sorgfältiger Prüfung“ die Leiner-Standorte in Innsbruck und in Wiener Neustadt sowie die kika-Filialen in Vösendorf und in Spittal/Drau zum 31. Dezember 2018 geschlossen. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgt die Schließung bzw. Verlagerung der Filialaußenlager Innsbruck und St. Pölten in die entsprechenden Filialen. In der Zentrale in St. Pölten und allen weiteren österreichischen Filialen wird die Personalbesetzung „an den wirtschaftlich und vertrieblich notwendigen Umfang“ angepasst. Natürlich würden all diese Maßnahmen so sozial verträglich wie möglich erfolgen, sagt das Unternehmen. Für alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würde ein Sozialplan entwickelt werden.

An dieser Stelle hakte wenige Minuten später via Aussendung die Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) ein und forderte sofortige Verhandlungen über den Sozialplan: „Für die Beschäftigten von kika/Leiner ist die heutige Ankündigung eines Personalabbaus in dieser Größenordnung ein harter Schlag. Wir fordern die Geschäftsführung auf, umgehend In Verhandlungen über einen Sozialplan für die betroffenen Beschäftigten einzutreten. Betriebsrat und Gewerkschaften sind umgehend einzubinden“, erklärt der GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Karl Dürtscher und fordert Politik und den österreichischen Handel auf, „die Menschen und ihre Familien nicht im Regen stehen zu lassen“.

René Benko

Der Tiroler René Benko ist über die Grenzen Österreichs hinaus als Immobilieninvestor bekannt, sein Unternehmen Signa Holding GmbH, das 2006 aus seiner Firma Immofina Holding GmbH hervorging, ist in ganz Europa tätig und hat sich sukzessive zu einem Unternehmen für Handelsbeteiligungen entwickelt. Seit 2013 ist Benko Vorsitzender des Beirates der Signa-Gruppe, nachdem er sich aus der operativen Führung der Signa Holding GmbH zurückgezogen hatte. Benko als Retailer betreibt inzwischen nicht nur kika/Leiner, sondern auch die deutsche Karstadt-Warenhauskette, das KaDeWe und hat im Juli 2018 dem Vernehmen nach die lange angestrebte Übernahme der Kaufhauskette Galeria Kaufhof auf Schiene gebracht. René Benko – laut Wirtschaftsmagazin Trend mehr als drei Milliarden Euro schwer – zählt zu den zehn reichsten Österreichern.

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