Manstein Verlag: Fachmedientalk: Coronavirus ...
 
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Fachmedientalk: Coronavirus im Branchencheck

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Brigitte Charwat (traveller), Brigitte Pfeifer-Medlin (textilzeitung), Dagmar Lang (Herausgeberin), Jürgen Hofer (Horizont), Margaretha Jurik (Hotel & Touristik) und Michaela Schellner (CASH)
Brigitte Charwat (traveller), Brigitte Pfeifer-Medlin (textilzeitung), Dagmar Lang (Herausgeberin), Jürgen Hofer (Horizont), Margaretha Jurik (Hotel & Touristik) und Michaela Schellner (CASH)

Der Fachmedientalk mit den Chefredakteuren des Manstein Verlags hat eines klar gezeigt: Das Coronavirus geht an keiner Branche spurlos vorbei. Innovation und Kundenbindung sind Schlüsselkompetenzen.

Das Coronavirus hat den gesamten Manstein Verlag über die letzten Monate hinweg beschäftigt. Nicht nur weil man von den Maßnahmen selbst betroffen war, sondern auch weil es in allen Branchen, die die Medien des Verlags behandeln, das vorherrschende Thema war und ist. Deshalb stellte der Manstein Verlag seinen ersten digitalen Fachmedientalk am 1. Juli, powered by Erste Bank, auch unter den Titel "Corona als Challenge - der Weg zum Comeback". Die fünf Chefredakteure des Manstein Verlags Brigitte Charwat (traveller), Jürgen Hofer (Horizont), Margaretha Jurik (Hotel & Touristik), Brigitte Pfeifer-Medlin (textilzeitung) und Michaela Schellner (CASH) diskutierten dabei aus ihrer Perspektive unter der Moderation von Herausgeberin Dagmar Lang.

Schnell ist klar, die Coronavirus-Krise ist mehr als nur eine Herausforderung. Nicht einmal der LEH, der als systemrelevanter Betrieb stets geöffnet war, gehört zu den großen Gewinnern, sondern ist eher mit einem blauen Auge davongekommen, hält CASH Chefredakteurin Michaela Schellner fest. Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe relativieren große Umsätze und auch die Mitarbeiter waren die ganze Zeit über stark gefordert. Außerdem sind viele Maßnahmen über die Händler regelrecht hereingebrochen, viele von ihnen haben überhaupt erst aus den Medien davon erfahren.

Apropos. Medien, die von Zuhause aus zu konsumieren waren, wie Fernsehen, Radio oder Zeitung wurden gut angenommen. Die ZIB hatte am Tag vor dem Lockdown 2,9 Millionen Zuseher, das ist Rekord, erzählt HORIZONT-Chefredakteur Jürgen Hofer. Dennoch sind in vielen Bereichen die Werbekunden weggebrochen, die jetzt im Budget fehlen.

Die Textilbranche hatte schon vor Corona strukturelle Probleme, räumt textilzeitung Chefredakteurin Brigitte Pfeifer-Medlin ein. Der Lockdown, Lieferschwierigkeiten und dass die Leute in dieser Zeit kaum etwas Neues zum Anziehen gebraucht haben, erschwerten das Ganze noch. Vieles hat sich zudem Online abgespielt. Corona beflügelte Amazon, während sich die Erwartungshaltung von Anbietern wie Zalando nicht bestätigt haben. Doch der digitale Wandel schreitet voran. Mango hat 900.000 Online-Kunden gewonnen und Zara steckt 1 Milliarde Euro in die Digitalisierung. Allerdings befürchtet Pfeifer-Medlin, dass man sich und den lokalen Standorten dadurch auch selbst das Wasser abgraben könnte.

Der Gastronomie geht es unterschiedlich gut bzw. schlecht und ist noch immer von Maßnahmen betroffen. Die Zeit, in der zu war, ist verlorene Zeit, sagt Hotel & Touristik-Chefredakteurin Margaretha Jurik. Lieferdienste haben nicht viel auffangen können und haben eher die Mitarbeiter in Kurzarbeit bei Laune gehalten. Noch schwieriger ist es für den heimischen Tourismus, der auf Internationalität ausgelegt ist. Die fehlenden Gäste lassen aber auch andere Bereiche leiden. Denn der österreichische Tourismus ist Kleinteilig mit einer langen Wertschöpfungskette - darunter Bergbetrieb, Einkaufen und andere Freizeitaktivitäten. Dass die Regierung die Österreicher zum Urlaubmachen im eigenen Land anhalten, hilft, vor allem Kärnten und die Steiermark boomen als Urlaubsziel, im Gesamten ist es aber zu wenig. Wem der Heimaturlaub gar nicht hilft, ist hingegen die Reisebranche. Die krisenerprobte Branche steht mit dem Rücken zur Wand, erklärt Brigitte Charwat, Chefredakteurin traveller. Sie denkt, dass es frühestens 2022/23 wieder zu einer Normalität mit neuen Regeln kommen wird.

Kundenbindung als wichtiges Tool

Einig sind sich die Diskutanten, dass vor allem Aktivität und Eigeninitiative, Kundenbindung und ein enger Kundenkontakt bei der Meisterung der Krise geholfen haben. Kleine Boutiquen und lokale Geschäfte mit einem loyalen Kundenstamm geht es verhältnismäßig besser als Filialen von Konzernen. Auch Gastronomen und Reiseanbieter, die ihre Stammkunden regelmäßig kontaktierten und auf dem Laufenden hielten, haben Zuspruch erfahren. Das verdeutlicht auch den großen Zusammenhalt in der Krise.

Wege aus der Krise

Es wird in vielen Bereichen aber finanzielle Hilfe brauchen. Gerade in den Branchen Reisen, Gastronomie und Tourismus kann man vielleicht noch ein paar Monate überleben, aber länger nicht. Vor allem der Kongresstourismus und die Reisebranche benötigen Hilfe, so Jurik und Charwat. Auch das Thema Preis wird eine Rolle spielen, um die Konsumfreude wieder zu wecken, sagt Schellner. Charwat warnt hingegen vor der Gefahr des Preisdumpings. Einig war man sich in punkto Nachhaltigkeit und Innovationen. Es ist Zeit, Neues zu wagen - und das kann schlussendlich auch eine Chance sein.

Sie können sich den ganzen Talk unter https://portal.ucvis.com/mansteindigitaltalk/login kostenlos ansehen.

Zugangsdaten:

zuschauer@manstein.at
ArcMw§96

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