CASH Handelsforum 2015: Mariann Wenckheim: Re...
 
CASH Handelsforum 2015

Mariann Wenckheim: Retail-Brands mit Lebenssinn erfüllen

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Die nach Großbritannien ausgewanderte Tochter der Wenckheim-Dynastie gab einerseits einen kurzen Einblick in die britische Retailszene und räumte andererseits mit fünf Retail-Mythen auf.

Mariann Wenckheim ist als Gesellschafterin des Beratungsunternehmens 2020, dessen Kunden vorwiegend in der Retail- und Markenlandschaft sowie namhaften Fußballvereinen der Premier League des Vereinigten Königreichs zu finden ist, profunde Kennerin der Szene. So gab sie unter anderem auch Einblick in  die Hi ntergründe der momentan auffallend hohen Tesco-Verluste, erläuterte die Probleme, die die alteingesessenen Handelsketten seit dem Engagement von Aldi und Lidl haben und welche Parallelen es zwischen Fußballvereinen und Handelsketten gibt.

In jedem Fall sind es die Emotionen, die gezielt angesprochen gehören, was schlußendlich auch damit zu tun hat, dass rund um Retailer und Brands ganz dringend mit fünf Mythen aufgeräumt gehört. Wobei der erste Mythos besagte Handelskette Tesco betrifft, die jahrelang als unantastbare Größe galt und irgendwann die Zeichen der Zeit übbersehen hatte und sich seit rund acht Jahren permanent in der Verlustzone befindet. Ein neuer CEO und etliche strategische Veränderungen sollen das Unternehmen wieder in dei Gewinnzone führen.

Mythos Nummer Zwei ist laut Wenckheim jener, dass die Zukunft ausschließlich online sei. Es sei zwar Tatsache, dass Online schneller wächst, doch wird es auch in Zukunft jede Menge Outlets geben, in die man physisch einkaufen gehen kann. MIt ein Grund dafür sei die größeren Möglichkeiten, die Menschen darinzu verführen und somit ihre Emotionen anzusprechen.

Der dritte Mythos besagt, dass der Preis wichtig ist, wogegen sie , so Wenckheim - keine Argumente habe. Im Gegenteil - es werde immer wichtiger, aber auch schwieriger, mit intelligenten Konzepten gesunde Lebensmittel für alle leistbar zu machen. Wobei dieser Mythos in der Praxis direkt überleitet zu Mythos Nummer Vier: Supermärkte machen das Leben leicht. Was momentan nur in Einzelfällen stimme, doch seien eine Vielzahl von Konzepten in der Pipeline, die exakt in diese Richtung gehen.

Bleibt noch Mythos Nummer Fünf - Supermärkte müssen neu angedacht werden. Wenckheims Statement dazu: Ja und nein. Grundsätzlich passe die Idee eines umfassenden einkaufsorts nach wie vor, doch müsse sich dieser mitunter dramatisch verändern. Auch hier gilt: Neue Konzepte, neue Zugänge und die Dinge  etwas mehr aus der Sicht der Konsumenten zu sehen sind die einzige Chance die Welt im Positiven zu  erändern. Wenckheim sei aber klar, dass man dafür als Retailer nicht nur viel Phantasie, sondern auch viel Mut brauche.
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