Rewe International AG: Marke ist gleich Marke
 
Rewe International AG

Marke ist gleich Marke

Johannes Brunnbauer
Frank Hensel: „Der richtige Mix aus Markenartikeln und Eigenmarken ist für den Erfolg entscheidend.“ © Johannes Brunnbauer
Frank Hensel: „Der richtige Mix aus Markenartikeln und Eigenmarken ist für den Erfolg entscheidend.“ © Johannes Brunnbauer

Das Spannungsfeld Marken/Eigenmarken ist eigentlich uralt – und trotzdem bis heute ein großes Thema. Vorstandsvorsitzender Frank Hensel, Rewe International AG, sagt, was aus seiner Sicht Sache ist.

„Unsere Aufgabe als Händler ist es, Umsatz zu machen. Die Marke – egal ob Markenartikel oder Eigenmarke – muss die jeweilige Category antreiben und ihr neue Impulse geben“, gab Frank Hensel, Vorstandsvorsitzender der Rewe International AG, unlängst an der Wirtschaftsuniversität Wien den Führungskräften von morgen einen selten detaillierten Einblick in das Marken- und Eigenmarken-Management des führenden heimischen Handelskonzerns. „Ob die Category nun durch den Markenartikel oder durch die Eigenmarke angetrieben wird, spielt für uns eine untergeordnete Rolle. Für uns gilt: Marke ist gleich Marke, wir machen keinen Unterschied zwischen Markenartikel und Eigenmarke. Wichtig sind jedoch die Innovation und der Erfolg“, meinte Hensel weiter. Natürlich beobachtet das Handelsunternehmen den Markt und die Innovationen der Industrie genau. Und ebenso führe die Rewe Marktanalysen zur Erhebung der Kundenwünsche durch. „Wenn wir sehen, dass entsprechende Produkte, wo wir Potenzial erkennen, von der Industrie nicht geboten werden, entwickeln wir sie eben selbst“, stellt Hensel klipp und klar fest. Als Beispiel führt er hier nicht nur den Erfolg der Ja! Natürlich Sommerfrisch-Joghurt-Range an, sondern auch das starke Wachstum der Chef Menü-Fertiggerichte, die im gekühlten Convenience-Bereich Vorreiter sind.

Auch Eigenmarken werden ausgelistet


Doch auch die Eigenmarken müssen sich am POS bewähren. Haben sie keinen Erfolg, werden sie ausgelistet. „Die Flopquote unserer Eigenmarken liegt bei 30, 40, wenn nicht sogar bei 50 Prozent“, lässt Hensel aufhorchen. Und zur Beruhigung der Industrie sei erwähnt, dass es dem Vorstandsvorsitzenden zufolge ebenso Segmente gibt, in denen der Handel mit seinen Eigenmarken nur wenig bis gar nicht bei den Konsumenten punkten kann: „Bei der Babynahrung beispielsweise beißen wir uns die Zähne aus. Wenn es um das eigene Kind geht, achten die Leute sehr bewusst auf den Markenartikel.“

Innovationen der Industrie


Hensel sagt aber auch, dass sich die Industrie nie zu sehr auf die Macht der Marke verlassen sollte: „Erst der Konflikt mit einem der führenden Tiernahrungshersteller war für uns der Anlass, unsere Eigenmarke Quality Line ins Regal zu stellen – und das mit Erfolg.“ Die Rewe beabsichtige derzeit jedoch nicht, den Eigenmarken-Anteil im Sortiment, der international im Mittelfeld und österreichweit mit rund 20 Prozent unter dem Durchschnitt von rund 28 Prozent liege, weiter zu erhöhen. „Der richtige Mix aus Markenartikeln und Eigenmarken ist enorm wichtig, um die Wünsche der Konsumenten abzudecken. Daher wünschen wir uns natürlich auch von der Industrie, dass deren Innovationsfreude weiter anhält“, appelliert Hensel an die Lieferanten.

Innovationskraft beweisen auch die Eigenmarken, wie etwa die Chef Menü-Fertiggerichte. © Rewe
Rewe
Innovationskraft beweisen auch die Eigenmarken, wie etwa die Chef Menü-Fertiggerichte. © Rewe
stats