TAP Dayli: Masseverwalter klagt Forderungen g...
 
TAP Dayli

Masseverwalter klagt Forderungen gegen Lieferanten ein

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Mittels Anfechtungsklagen möchte Masseverwalter Rudolf Mitterlehner zumindest von den großen Lieferanten Geld refundiert.

Die Causa ist nicht nur juristisch brisant, denn Mitterlehner verlangt damit nichts anderes als eine Rückabwicklung aller Geschäfte zwischen Lieferanten mit dayli bis ein Jahr vor der Insolvenz zurückreichend. Sein Argument: Lieferanten wie Procter & Gamble, Unilever oder Henkel hätten sehr wohl einen guten Überblick über die finanzielle Situation von dayli gehabt haben müssen und ihre Lieferungen bereits nach dem Konkurs der deutschen Schlecker-Mutter im Jahr 2012 einstellen.

Mitterlehners Problem wird durch diese Klage einmal mehr offensichtlich: Ihm ist es bis dato nicht gelungen, einen größeren Betrag als derzeit 14 Millionen Euro (und die sind Gelder von Krankenkassen und Finanzamt) einzutreiben, denen nicht weniger als 75 Millionen Euro an anerkannten Forderungen stehen. Insider sprechen von hohen zweistelligen Millionenbeträgen, die - so die Klagen durchgehen - auf diese Weise in den Massetopf fließen würden.

Bei den - angeblich - 50 geklagten Lieferanten herrscht Verwirrung, kurzerhand habe man auch den Markenartikelverband eingeschaltet. Dieser argumentiert im Sinne seiner Mitglieder, dass nach der Gründung von dayli durch Dr. Rudolf Haberleitner stets glaubwürdig kolportiert wurde, dass dayli - völlig unabhängig von der insolventen Mutter in Deutschland - auf soliden finanziellen Beinen stehe und damit nicht nur das Alltagsgeschäft locker stemmen würde, sondern auch nationale und internationale Expansionspläne hege.

Geschäftsführer Ernst Klicka im Gespräch mit CASH: "Es ist ziemlick keck, von den Lieferanten zu verlangen, ein angeschlagenes Unternehmen nicht zu beliefern. Noch dazu mit dem Damoklesschwert des kartellrechtlichen Verbots eines Lieferboykotts im Hintergrund." Juristisch hieße das, dass Lieferanten - sollte Mitterlehner mit seinem Ansinnen durchkommen - in solchen und ähnlichen Fällen die Wahl haben, gegen das Kartell- oder gegen das Insolvenzrecht zu verstoßen.
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