Ernst & Young: Mehr Geld als Motivation
 
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Mehr Geld als Motivation

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Ingrid Rattinger, Managing Partner Talent bei EY Österreich © Ernst&Young
Ingrid Rattinger, Managing Partner Talent bei EY Österreich © Ernst&Young

Die Mehrheit der Arbeitnehmer in Österreich hält sich für unterbezahlt – mehr als jeder Vierte sieht sich deswegen nach einem neuen Job um.

Es mag noch so viele Motivationsseminare für Arbeitnehmer am Markt geben – mit mehr oder weniger Sach- bzw. auch Ich-gesteuerten Stoßrichtungen in ihrer Methodik und Zugangsweise –, sie alle können aber nichts daran ändern, dass naturgemäß der größte Anreiz für die Erbringung einer Leistung in der Arbeit nach wie vor eine angemessene Bezahlung ist. Eine neue Ernst&Young-Studie (EY) zeigt, dass 57 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich sich für unterbezahlt halten – nur 43 Prozent denken, dass sie für ihre Leistung genauso viel verdienen sollten, wie sie tatsächlich bekommen. Kein Befragter ist der Meinung, mehr zu erhalten als ihm eigentlich zusteht. Im Durchschnitt liegt die geforderte Mehrbezahlung bei knapp 13,7 Prozent, wobei Frauen mit 11,1 Prozent deutlich weniger fordern als Männer (16,2 Prozent). Dennoch hält eine Mehrheit von 65 Prozent das Gehaltsgefüge im eigenen Unternehmen für absolut oder überwiegend fair.

Insgesamt aber fühlen sich Arbeitnehmer in Österreich zu einem überwiegenden Teil ihrem Arbeitgeber verbunden und sind grundsätzlich zufrieden mit ihrer Arbeit. So geben 81 Prozent der Arbeitnehmer an, dass sie sich ihrem Arbeitgeber gegenüber verbunden fühlen – fast ein Drittel (27 Prozent) sogar sehr. Dabei hat sich gezeigt: Je höher die Position, desto höher die Verbundenheit. So ist der Anteil der Beschäftigten, die sich ihrem Arbeitgeber sehr eng verbunden fühlen, im Top-Management mehr als doppelt so hoch wie bei Angelernten bzw. ungelernten Arbeitskräften. So gut wie jeder zweite Mitarbeiter wäre einem Wechsel in ein anderes Unternehmen aber nicht abgeneigt – wenn eben die Bezahlung stimmt.

So weit einige Ergebnisse der EY-Jobstudie, für die 1.001 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich befragt wurden. Für Ingrid Rattinger, Managing Partner Talent bei EY Österreich, ist die hohe Loyalität der österreichischen Arbeitnehmer zu ihrem Arbeitgeber ein positives Zeichen: „Die Ergebnisse zeigen, dass es den österreichischen Unternehmen überwiegend gut geht. Die meisten Beschäftigten müssen sich keine Sorgen um ihren Job machen. Im Gegenteil: Da die Wirtschaft gerade brummt, werden gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt rar. Unternehmen tun deshalb inzwischen deutlich mehr für die, die bereits an Bord sind – sei es durch attraktive Arbeitszeiten, Home-Office oder sonstige Anreize.“ Besonders fair bezahlt fühlen sich übrigens Arbeitnehmer im Handel (72 Prozent), in der Industrie (71 Prozent) und der Bauwirtschaft (69 Prozent).

Abschließend ein Wort zur Karriereleiter: An Aufstiegsmöglichkeiten scheint es in Österreich derzeit zu mangeln, denn nur jeder Vierte (24 Prozent) sieht für sich im eigenen Unternehmen gute Karrierechancen. Vor allem Frauen kommen irgendwann in der Karriere nicht voran: Nur 21 Prozent von ihnen sehen entsprechende Möglichkeiten, während es bei den Männern immerhin 25 Prozent sind.
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