Meinl am Graben: Voller Fokus auf den Lebensm...
 
Meinl am Graben

Voller Fokus auf den Lebensmittelhandel

Kai Bergen

Der Meinl am Graben erlebt im heurigen Sommer einen Komplettumbau, wobei das Restaurant und die Weinbar dauerhaft geschlossen werden.

Am 2. Juni 2021 hat der Meinl am Graben in seiner aktuellen, seit dem Jahr 1999 bestehenden Form seinen letzten Verkaufstag. Aufgrund von Umbauarbeiten im Volumen von sieben Millionen Euro schließt er bis Anfang Oktober 2021. In der Zwischenzeit wird es ab 4. Juni 2021 in der Maysedergasse 2 in der Nähe von Albertina und Wiener Staatsoper einen Meinl Pop-up-Store geben sowie weiterhin das Zustellservice.

Eine der größten Änderungen im "Meinl am Graben neu" ist, dass dann kein Restaurant und keine Weinbar mehr zum Verweilen einladen. Das gastronomische Angebot, das bisher 13 Prozent zum Gesamtumsatz von Meinl am Graben beigetragen hat, wird sich in Zukunft auf ein Café beschränken, zu dem auch rund 60 Sitzplätze im Outdoorbereich gehören werden. Das hat zur Folge, dass der Meinl am Graben von jetzt 1.700 Quadratmeter auf kompakte 1.200 Quadratmeter verkleinert wird. Auch der Personalstand reduziert sich von 200 auf 170.

Eine Visualisierung des zukünftigen Cafés im Eingangsbereich
Gleich bleiben wird jedoch laut Geschäftsführer Udo Kaubek das Warensortiment mit rund 17.000 bis 18.000 Artikeln. Die einzelnen Abteilungen erfahren jedoch eine Umstrukturierung. So räumt das Konzept der Architekten Bernhard Hamann und Christian Politsch, an dem bereits seit dem Jahr 2015 gearbeitet wird, der Fleisch- und Fischabteilung zukünftig mehr Platz ein. Im Gegenzug wird die Obst- und Gemüseabteilung in der Fläche verkleinert, aber nicht im Angebot, so Kaubek. Ebenfalls gestrafft wird das Tiefkühlsortiment. Weiters wird den Kunden die Reduktion auf nur einen Eingang ins Auge stechen, denn in Zukunft wird der Meinl am Graben nur mehr über die Adresse Graben 19 beim jetzigen Schanigarten betreten. Der Eingang Graben 20/Ecke Naglergasse fällt nämlich weg.

Wirtschaftlich lief es seit dem Ausbruch der Coronaviruspandemie für Meinl am Graben eher durchwachsen. Laut Herbert Vlasaty, Vorstand der Julius Meinl AG, konnte man vom Boom des LEHs im ersten Lockdown im Frühling 2020 nicht profitieren. Hier machten sich fehlende Touristen deutlich bemerkbar. Erst ab dem zweiten Lockdown im Herbst 2020 setzte ein siebenprozentiges Umsatzwachstum ein.

Diesen Ausblick beim Speisen wird man in Zukunft im Meinl am Graben nicht mehr genießen können.

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