Metro: Metro-Aktionäre stimmen Aufspaltung zu
 
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Metro-Aktionäre stimmen Aufspaltung zu

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Der Schriftzug gehört der Vergangenheit an. © Metro
Der Schriftzug gehört der Vergangenheit an. © Metro

Der Plan von Metro-Vorstand Olaf Koch geht auf: Die Aktionäre stimmen mit 99,95 Prozent für die Zerschlagung der Metro AG. Der Aufspaltung in zwei Unternehmen steht nun nichts mehr im Weg.

Die Hauptversammlung der Metro AG hat die Pläne des Managements abgesegnet: Künftig werde es einen Lebensmittelspezialisten, zu dem die Metro-Großmärkte C+C und auch die SB-Warenhäuser Real gehören, und ein Elektronikhändler namens Ceconomy, bestehend aus Media Markt und Saturn, geben. Beide Gesellschaften sollen börsennotiert sein.

Metro-Vorstandschef Koch sah die Spaltung als alternativlos an. Die Geschäftsmodelle von Real und Media-Saturn seien mittlerweile "so unterschiedlich, wie sie nur seien können". Deshalb mache es keinen Sinn, sie weiter unter einem Dach zusammenzuhalten, so die Conclusio von Koch. Der Manager wirbt seit Monaten bei Aktionären und Investoren für seine Pläne: "Eine vollkommen neue Episode" werde nun kommen, verspricht er. Die Aufspaltung werde es den künftigen Unternehmen ermöglichen, schneller, kundenorientierter und damit erfolgreicher zu agieren, denn es werde weniger Ablenkung durch eine gemeinsame Konzernstruktur geben, ist Koch überzeugt.

Doch trotz des sozialistisch anmutenden Abstimmungsergebnisses von 99,95 Prozent auf der Hauptversammlung am Dienstag gab es auch kritische Stimme: Geschäftsmodelle, Wachstumsprognosen und hohe Kosten waren Kritikpunkte einiger Aktionäre. Der Konzernchef Koch räumte ein, dass es auch weiterhin Probleme im Geschäft gebe. Aber: Es seien viel weniger als noch vor fünf Jahren. Zudem setzt er auf Zuversicht: "Wir haben einen Überhang an Chancen". Die Aktionäre kritisierten auch die millionenschwere Vergütung für das Management. Die Bemessungsgrundlagen dafür seien wenig verständlich. Koch und der Aufsichtsrat halten dagegen und betonen, dass kein Mehraufwand entstehe, sondern lediglich Vorzieheffekte. Im Zuge der Aufspaltung sollen die Führungskräfte 47 Mio. Euro bekommen, mehr als 16,6 Mio. Euro allein für die Vorstände der Metro AG.

Bis Sommer soll nun die Aufspaltung erfolgen, die mit Kosten von 100 Mio. Euro taxiert ist. Im Lebensmittelkonzern mit den Großmärkten und Real soll auch das verbliebende Immobilienvermögen gebündelt werden. Das Unternehmen werde rund 37 Mrd. Euro Jahresumsatz und mehr als 150.000 Mitarbeiter in 35 Ländern umfassen. Die Anteilseigner der "alten" Metro sollen Aktien dieser neuen Gesellschaft im Zuteilungsverhältnis 1:1 erhalten. Der Elektronikmarkt-Konzern Ceconomy werde 22 Mrd. Euro Umsatz bündeln. Hier brodelt allerdings weiter der Streit mit Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals, der seit Jahren mehr Einfluß fordert. Kellerhals will auch die Aufspaltung nicht und erwägt - wen wundert es - eine Anfechtungsklage gegen den Beschluss der HV.  
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