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Metro-Konzernaufteilung geht in die nächste Phase

Die Aufteilung der deutschen Metro AG in einen Teil für den Großhandel und den Einzelhandel mit Lebensmitteln und einen zweiten Teil mit dem Schwerpunkt Unterhaltungselektronik und Dienstleistungen soll bis Mitte 2017 abgeschlossen sein. Jetzt wurden weitere Weichenstellungen vorgenommen.

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Ende März heurigen Jahres wurden die Pläne der Metro AG, die Trennung des Konzerns in einen Großhandels- und Lebensmittelspezialisten und in ein auf Unterhaltungselektronik-Produkte und Dienstleistungen fokussiertes Unternehmen als logischen nächsten Schritt in der Transformation der Metro Group zu prüfen, offiziell bekannt. Hintergrund sei die Überzeugung, dass sich beide Gesellschaften durch eine Konzentration auf ihre jeweiligen Branchen und Kundensegmente größere Wachstumsperspektiven erschließen können. Sitz beider Unternehmen soll wie bisher Düsseldorf sein.

Mit 5. September hat die Metro Group nun neue Details zur Teilung des Konzerns bekanntgegeben. Demnach leitet der noch aktuelle Vorstand nun nach einer Analysephase mit Zustimmung des Aufsichtsrats vom 5. 9. offiziell die Vorbereitung zur Teilung des Konzerns ein. Zusammengefasst ging es um folgende Punkte:

  • Aufsichtsratsvorsitze und Vorstandspositionen wurden vorgeschlagen.
  • Die Weichen für gesellschaftsrechtliche und steuerliche Aufstellung sowie solide Kapitalstruktur seien gestellt.
  • Eine Erhöhung des Grundkapitals sei nicht beabsichtigt.
  • Investment Grade-Ratings werden für beide Unternehmen erwartet,
  • und die organisatorische pro-forma Trennung findet zum 30. September heurigen Jahres statt.


Die Aufteilung der beiden Unternehmen und das börsliche Listing sind weiterhin für Mitte 2017 geplant.

Vorstandschef Koch



„Wir haben in den vergangenen Monaten die geplante Aufteilung unseres Konzerns in zwei leistungsstarke, fokussierte Handelsunternehmen intensiv analysiert“, sagte Olaf Koch, Vorstandsvorsitzender der Metro AG. „Nun schaffen wir die ersten wichtigen Voraussetzungen und leiten entsprechende Maßnahmen ein. Mit der organisatorischen Trennung machen wir den ersten großen Schritt, einen international führenden Großhandels- und Lebensmittelspezialisten sowie den europäischen Marktführer für Unterhaltungselektronik-Produkte und Dienstleistungen zu schaffen. Die Entwicklung der vergangenen Monate bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass beide Einheiten, die kaum operative Überschneidungen und Synergien aufweisen, eigenständig noch erfolgreicher sein werden.“

Technisch werde die Aufteilung des Konzerns dadurch erreicht, dass das Großhandels- und Lebensmittelgeschäft (Metro/Makro Cash & Carry und Größflachenmärkte unter der Marke Real) sowie weitere, dazugehörige Gesellschaften und Geschäftsaktivitäten wie Logistik, IT und Immobilien ausgegliedert und abgespalten werden. Der verbleibende Konzernteil fokussiere sich dann auf den Unterhaltungselektronik-Sektor. Wesentlicher Eckpfeiler der neuen zweiten Gruppe sei die rund 78-prozentige Mehrheitsbeteiligung an Media-Saturn sowie an weiteren verbundenen Unternehmen. (Ein paar Details zu den künftigen Gesellschaften siehe Slideshow)

Aufsichtsrat



Mit der Aufteilung geht auch eine Neuorganistation auf den künftig zwei Vorstandsebenen sowie in den künftig zwei Aufsichtsräten einher.

  • Jürgen B. Steinemann soll seinen bisherigen Aufsichtsratsvorsitz der Metro AG in der späteren Großhandels- und Lebensmittelgesellschaft fortführen.
  • Jürgen Fitschen, seit 2008 Mitglied im Aufsichtsrat der Metro AG, soll den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der künftigen Unterhaltungselektronikgruppe übernehmen.


Groß- und Lebensmittelhandel



Folgende Besetzung soll künftig bei der Großhandels- und Lebensmittelgesellschaft das Ruder in der Hand haben:

  • Chief Executive Officer (CEO): Olaf Koch
  • Chief Financial Officer (CFO): Christian Baier, derzeit CFO Metro Cash & Carry
  • Chief Operating Officer (COO): Pieter Boone, derzeit Vorstandsmitglied Metro AG verantwortlich für Metro Cash & Carry
  • Chief Human Resources Officer (CHRO): Heiko Hutmacher, derzeit Vorstandsmitglied und CHRO Metro AG


Elektronik



Bei der Unterhaltungselektronikgruppe wird folgende Vorstandsbesetzung vorgeschlagen:

  • Chief Executive Officer (CEO): Pieter Haas
  • Chief Financial Officer (CFO): Mark Frese, derzeit Vorstandsmitglied und CFO Metro AG
  • Chief Legal and Compliance Officer (CLCO): Dieter Haag Molkenteller, derzeit Group Director Legal Affairs & Compliance Metro AG


Den Vorstandspersonalien müssen die zuständigen Aufsichtsräte noch zustimmen, die Aufsichtsratspersonalien selbst stehen noch unter dem Vorbehalt der Wahl durch die Hauptversammlung bzw. den Aufsichtsrat.

Verbindlichkeiten trägt Lebensmittelgesellschaft



Parallel dazu habe die Metro Group die Strategien der beiden künftigen Unternehmen definiert und dazu auch klare Kapital- und Steuerstrukturen entwickelt. Das Konzept zur Umsetzung der Teilung sei auch bereits mit der Finanzverwaltung abgestimmt. Es werde weiterhin für beide Unternehmen ein Rating im Bereich „Investment Grade“ erwartet. Eine Erhöhung des Grundkapitals der Metro AG sei nicht beabsichtigt.

Um die Kapitalbasis des Unterhaltungselektronik-Geschäfts zu stärken, sei eine 10-prozentige Beteiligung am Großhandels- und Lebensmittelgeschäft geplant. Nahezu alle bestehenden Finanzverbindlichkeiten der Gruppe würden von der Großhandels- und Lebensmitteleinheit übernommen. „Die neue Kapitalstruktur verschafft beiden Einheiten Stabilität und Raum für weiteres Wachstum. Beide Unternehmen sind für die Zukunft gut aufgestellt“, kommentierte Olaf Koch die Pläne in einer Aussendung. Zustimmung zu den nun konkretisierten Plänen äußerte abermals die Haniel Gruppe als einer der Großaktionäre der Metro AG. Die Börsen reagierten am 6. 9. mit leichten Kursverlusten für die Metro-Aktie. Analystenmeinungen waren uneinheitlich zwischen Kaufen, Halten und Verkaufen verteilt.
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