MPreis: Es grünt so grün
 
Rataplan-Architektur ZT GmbH
Beim MPreis Markt in Söll werden im Rahmen eines Forschungsprojekts Rankhilfen für sommergrüne Kletter- und Schlingpflanzen errichtet.
Beim MPreis Markt in Söll werden im Rahmen eines Forschungsprojekts Rankhilfen für sommergrüne Kletter- und Schlingpflanzen errichtet.

MPreis und Boku forschen an neuen Standards für die vertikale Begrünung von Glasfassaden, um den Energiebedarf zu senken und Wohlfühlfaktor zu steigern. Im Rahmen des Projekts GLASGrün wurde bereits in der Filiale Söll eine Teilbegrünung installiert.

Großflächige Glasfassaden sind mittlerweile ein fixer Bestandteil moderner Architektur, gleichzeitig ergeben sich dadurch nicht selten Herausforderungen für Energieverbrauch und Raumklima. "Für die nachträgliche Begrünung fehlen aktuell technisch ausgereifte Systeme", heißt es in einer Presseaussendung von MPreis, weshalb man zusammen mit der Universität für Bodenkultur in Wien - kurz BOKU - das Projekt GLASGrün ins Leben gerufen hat, das wiederum vom Programm Stadt der Zukunft des BMK gefördert wird. Bei diesem Projekt sollen Lösungen entwickelt werden, wie großflächig verglaste Fassaden von Gewerbegebäuden im Lebensmittelhandel und der dazugehörigen Gastronomie mit vertikalem Grün ausgestattet werden können. 

Als Versuchskaninchen hält die Filiale in Söll her, die in diesem Sinne bis Juni 2022 umgebaut wird. Dabei werden Rankhilfen für sommergrüne Kletter- und Schlingpflanzen errichtet, die die Glasfassade in den warmen Jahreszeiten beschatten sollen. Die Bewässerung erfolgt bedarfsorientiert über die Hauswasserleitung. So soll gewährleistet werden, dass nur so viel Wasser, wie wirklich benötigt, verwendet wird. Gemessen werden aber nicht nur die Auswirkungen auf das Raum- und Mikroklima, auf Energie und Temperatur, sondern auch die subjektive Akzeptanz und Wahrnehmung der Begrünung. Bis zum Ende der Projektlaufzeit im Jahr 2024 werden mit diesen Erkenntnissen Leitfäden für die Konstruktion, Einreichung und das Pflege- und Erhaltungsmanagement der Pflanzen erstellt. Sollten die Ergebnisse zufriedenstellend sein, kann das System auf weitere Bestandsgebäude und Neubauten übertragen werden.

Neben der Begründung der Fassade wird im Zuge der Umbauarbeiten übrigens auch die Außenfläche neu gestaltet. Künftig stehen 12 zusätzliche Radabstellplätze sowie eine Lademöglichkeit für E-Bikes zur Verfügung. Außerdem wird ein neuer Baum wird gepflanzt.
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