Too Good To Go: "Sinn und Gewinn in Balance b...
 
Too Good To Go

"Sinn und Gewinn in Balance bringen"

Too Good To Go

Im Juni wurde erstmals der Green Marketing Award vergeben. HORIZONT hat bei den Siegern und Shortlist-Nominierten nochmal nachgefragt: Welche Idee steckt hinter ihren Projekten? Welchen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz kann Marketing eigentlich leisten? Und wie wollen sie mehr Bewusstsein in Politik und Gesellschaft schaffen?

1. Platz in der Kategorie "Innovate": Too Good To Go x Spar "Überraschungssackerl"

Das Projekt:
Georg Strasser, Country Manager Too Good To Go Österreich: Spar war der erste Supermarkt in Österreich, der die App Too Good To Go landesweit eingesetzt hat, um Lebensmittel vor der Verschwendung zu bewahren. Was am Tagesende übrig bleibt, soll nicht verschwendet werden und kommt seitdem ins Too-Good-To-Go-Überraschungssackerl. Mit einer gemeinsamen Awareness-Kampagne zeigen wir nicht nur, wie leicht es ist, Lebensmittel via App im Supermarkt zu retten, sondern auch, warum das wichtig ist.

Welchen Beitrag kann und sollte Marketing zum Klima- und Umweltschutz leisten? Und wie definieren Sie eigentlich Nachhaltigkeit?
Marketing schafft Aufmerksamkeit. Und genau das brauchen wir für die größten Themen unserer Zeit. Wir wollen eine breite Öffentlichkeit inspirieren und befähigen, etwas gegen Lebensmittelverschwendung zu tun - das ist die unmittelbarste, wirkungsvollste und einfachste Maßnahme gegen die Klimakrise. Für uns bedeutet das: Sinn und Gewinn in Balance zu bringen. Es geht darum, den wirtschaftlichen Erfolg sinnvoll so einzusetzen, dass die Gesellschaft und die Umwelt davon profitieren. Wir machen aufmerksam, wie man nachhaltiges Verhalten möglichst unkompliziert in den Alltag integrieren kann und zeigen damit einfache tägliche Gewohnheiten, die gleichzeitig einen großen Hebel gegen die Klimakrise haben.

Wo stoßen Nachhaltigkeitsstrategien derzeit an ihre Grenzen, und wie können diese überwunden werden
Noch vor drei Jahren, bei unserem Start, gab es wenig Bewusstsein für das Problem Lebensmittelverschwendung und kaum Mitbewerber:innen. Eine Maßnahme allein, etwa unsere App, reicht da nicht, um das zu lösen. Wir merken aber, dass sich das Schritt für Schritt ändert und immer mehr Unternehmen Lösungen entwickeln. Das ist ein gutes Zeichen: Wir lassen uns von ihnen inspirieren und versuchen, uns gegenseitig zu unterstützen. Wir sehen uns dabei als eine von vielen Lösungen, die es braucht, um Lebensmittelverschwendung zu beenden. Heute nutzt zum Beispiel Spar landesweit seine Reichweite, um mit Vorbildwirkung auf das Thema Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen. Damit erreichen wir nicht nur die Kundinnen und Kunden von Spar und Too Good To Go, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bei vielen ist eine große Bereitschaft da, neue Lösungen auszuprobieren, um Klimaprobleme ernsthaft zu bekämpfen.

Woher stammt die Idee oder Inspiration für Ihr Projekt?
Die Idee für die App stammt ursprünglich aus Dänemark. Unsere Gründer waren in einem kleinen Restaurant mit Buffet in Kopenhagen essen und haben beobachtet, wie das übriggebliebene Essen, das noch völlig in Ordnung war, weggeworfen wurde. Das war gängige Praxis bei den meisten gastronomischen Betrieben. Wir haben schnell gemerkt, dass unsere Lösung gegen Verschwendung nicht nur für Restaurants funktioniert, sondern in jedem Betrieb, der mit Lebensmitteln handelt. Dafür braucht es aber Partner, die bereit sind, eine neue Idee in ihrem Unternehmen auszuprobieren. Wir haben Glück, sehr engagierte Partner zu haben.

Too Good To Go


Wie wollen Sie mit Ihrem Projekt die Gesellschaft und Politik zum Umdenken bewegen oder für mehr Bewusstsein in Sachen Nachhaltigkeit sorgen?
Wir lenken Aufmerksamkeit auf das Thema Lebensmittelverschwendung und wollen Menschen inspirieren und befähigen, ihre Gewohnheiten klimafreundlich zu gestalten. Damit haben wir einen großen Einfluss auf den Anteil der Lebensmittel, die auf den Tellern landen. Durch die App wissen wir natürlich, wie viele Mahlzeiten wir vor der Verschwendung retten. Darüber hinaus sind wir täglich im Dialog mit unseren Partner:innen und User:innen. Das ist wichtig, um zu verstehen, was sie brauchen, um weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Ihr Feedback beeinflusst somit täglich, wie wir unsere Arbeit machen. Wir sprechen auch mit Politikerinnen und Politikern wie zum Beispiel Bürgermeisterinnen und Bürgermeister oder Ministerinnen und Minister, anderen Initiativen und unternehmerischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern. Daraus entstehen oft einzigartige Projekte wie die gemeinsame Awareness-Kampagne mit Spar.

Was tun Sie persönlich in Ihrem privaten Alltag für Nachhaltigkeit und Klimaschutz?
Beruflich beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit. Natürlich bedeutet mir das Thema auch privat sehr viel, weil ich weiß, welche Konsequenzen es hat, wenn ich es nicht tue. Naheliegend: Mir ist es wichtig, dass wir zu Hause kein Essen wegwerfen, und ich hol mir auch selbst gerne Überraschungssackerl ab. Wenn doch einmal etwas übrig bleibt, dann nehm ich das mit ins Büro und wir teilen dort. Bei uns findet man also immer etwas zum Probieren.



Dieser Text erschien zuerst auf www.horizont.at.

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