Nah&Frisch: Hannes Wuchterl fordert ein "Nahv...
 
Nah&Frisch

Hannes Wuchterl fordert ein "Nahversorgungspaket"

Johannes Brunnbauer

Der Nah&Frisch-Geschäftsführer sieht die Versorgungssituation am Land gefährdet, wenn nicht bald eingegriffen wird.

Es gibt kaum eine Branche, bei der die steigenden Energiepreise nicht für Probleme sorgen - der Handel ist da nicht ausgenommen. Besonders drastisch ist die Lage für selbstständige Kaufleute, wie jene von Nah&Frisch. Deren Geschäftsführer Hannes Wuchterl sagt zu der Situation: "Wenn hier nicht seitens Bund, Länder und Gemeinden raschest gegengesteuert wird, dann werden viele ländliche Gemeinden in Österreich nächstes Jahr ohne Nahversorger dastehen. Und zwar unwiederbringlich. Jedes weitere Zuwarten ist verantwortungslos. Wir warten seit Monaten auf irgendein Signal aus der Politik. Aber bitte keine Ankündigungen, das ist zu wenig, es braucht Taten. Jetzt."

Beispielhaft für die dramatische Lage nennt er die aktuelle Situation einer Kauffrau in Niederösterreich: Statt wie bislang 16.000 Euro Stromkosten pro Jahr muss sie nun nicht nur 35.000 Euro aufbringen, sondern auch eine Nachzahlung von 5.000 Euro verkraften. Da sich das Geschäft dadurch nicht mehr rechnet, sieht sie sich gezwungen, den Standort zu schließen. Wuchterl spricht von einem "Kahlschlag bei den ländlichen Nahversorgern", bei dem es nicht bei Einzelfällen bleiben wird. Besonders jene Standorte in kleinen Gemeinden seien besonders bedroht. 

"Es werden viele, wirklich viele zusperren, wenn nicht rasch Unterstützung kommt. Ich kann nur jede und jeden in der Politik, dem Nahversorgung wichtig ist, zum Handeln aufrufen. Wenn sie es so nennen wollen, dann ist das ein Hilfeschrei", so Wuchterl.

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