Handelsverband: Nein zur Fleischsteuer
 
Handelsverband

Nein zur Fleischsteuer

Thomas Weiss/pixelio.de
In Deutschland diskutiert man gerade eine Steuer auf Fleisch © Thomas Weiss/pixelio.de
In Deutschland diskutiert man gerade eine Steuer auf Fleisch © Thomas Weiss/pixelio.de

Seit einigen Tagen wird in Deutschland nach einem Vorschlag des deutschen Tierschutzbundes über eine „Klimasteuer“ auf Fleisch diskutiert. Der Handelsverband lehnt sie ab.

Die Idee dieser mittlerweile „Fleischsteuer“ genannten Klimasteuer ist, dass die Mehreinnahmen der Landwirtschaft für Maßnahmen, die in die Richtung tiergerechter, klimaschonender Haltung gehen sollen, vorgesehen sein sollen. Tierische Produkte sind in Deutschland derzeit mit sieben Prozent Mehrwertsteuer belegt, für Fleisch soll sie auf 19 Prozent erhöht werden. In Österreich werden Nahrungsmittel hingegen mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von zehn Prozent (statt 20 Prozent) besteuert.

„Mit höheren Preisen auf heimisches Fleisch werden wir weder das Tierleid lindern noch das Klima retten. Im Gegenteil, damit würden wir untere Einkommensschichten zwingen, noch stärker auf Billiglebensmittel aus dem Ausland zurückzugreifen. Daher sagen wir ganz klar Nein zu einer Fleischsteuer und fordern stattdessen eine Stärkung der kleinstrukturierten österreichischen Landwirtschaft“, erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will in einer Aussendung. Seitens des Handelsverbandes verweist man auch darauf, dass Steuererhöhungen bei Grundnahrungsmittel als lenkungspolitische Maßnahme fruchtlos sind, wie das Beispiel Ungarn (Fettsteuer, Zuckersteuer) zeige: Trotz der Steuer habe sich das Kaufverhalten der ungarischen Bevölkerung langfristig nicht geändert.
stats