Marketagent.com: Neue Daten zum Hamsterrad
 
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Neue Daten zum Hamsterrad

Stefan Bayer / pixelio.de
Wie steht es um seine Life-Work-Balance? © Stefan Bayer / pixelio.de
Wie steht es um seine Life-Work-Balance? © Stefan Bayer / pixelio.de

Wie wirkt sich Stress am Ende des Tages auf die Arbeitsleistung aus? Gemeinsam mit karriere.at, bene und dem WIFI ist das Badener Online Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com dieser Frage nachgegangen.

Im Rahmen einer Studie hat man nicht nur den Büroalltag der Österreicher unter die Lupe genommen, sondern auch danach gefragt, welche Rolle Stress dabei einnimmt. 29 Prozent der Österreicher haben sich im Laufe des vergangenen Arbeitstages sehr bis eher gestresst gefühlt. Als Hauptgrund wird vorwiegend Zeitdruck genannt (14,2 %), aber auch unfreundliche, nervige Kunden (7,2 %), viele Telefonate (6,9 %) oder der Druck, alle Aufgaben gleichzeitig erledigen zu müssen (6,8 %) reihen sich unter die Top-Stressfaktoren in Österreichs Büros.

Nicht zu verwechseln ist ein stark ausgeprägter Stresspegel jedoch mit einer hohen Arbeitsauslastung. Denn diese steigert die Vorfreude auf den Arbeitstag sogar, ganz im Gegensatz zu Stress (37,0 % gegen 23,6 %). Dementsprechend wird die Atmosphäre im Büro von Arbeitnehmern mit hoher Stressbelastung weniger positiv wahrgenommen, als von jenen, die unter Bedingungen mit einem niedrigen Stressniveau arbeiten (54,1 % vs. 81,6 %). Dasselbe Bild zeigt sich, wenn es um Ärgernisse geht, denn auch diese sind unter einer hohen Stressbelastung deutlich stärker ausgeprägt (85,1 % vs. 41,7 % bei niedriger Belastung). Noch dazu fühlen sich Stress-Geplagte mit 27,9 % häufiger unfair behandelt, als Nicht-Stress-Geplagte mit nur 6,1 %.

Dass hingegen eine hohe Arbeitsauslastung positive Auswirkungen auf unser Gemüt ausübt, spiegelt sich in der Zufriedenheit mit der eigenen Arbeitsleistung wider. So sind 85,7 % all jener mit sich zufrieden, die am Vortag im Büro im Dauer-Einsatz standen. Umgekehrt behaupten dies lediglich 6 von 10 Befragten mit einem geringen Arbeitspensum von sich. Ein hoher Workload wäre demnach schön und gut, wäre da nicht erneut der Faktor Stress, der etwaige positive Effekte wieder aufhebt. So fühlt sich rund ein Drittel (31,1 %) der Beschäftigten mit einem hohen Stresslevel gestört, wenn sie zusätzlich Aufgaben außerhalb ihres Tätigkeitsbereichs übernehmen. Kein Wunder also, dass bei ihnen in Bezug auf berufliche Angelegenheiten öfter ein Gefühl der Verzweiflung aufkommt. 35,2 Prozent der gestressten Angestellten können sich mit diesem Gefühl identifizieren, verglichen mit 7,3 Prozent der Stressverschonten.

Wer glaubt, dass mit dem Schließen der Bürotür automatisch Glücksgefühle aufkommen, der irrt. Jeder hat schon einmal erlebt, dass man nicht und nicht „abschalten“ kann, auch wenn man schon längst daheim müde am Sofa liegt. Das zeigen auch die Zahlen der Studie: Mehr als die Hälfte der Angestellten, die tagsüber mit einem hohen Stresslevel zu kämpfen haben, fühlen sich nach Verlassen der Arbeitsstätte vorrangig müde und können nur schwer abschalten. Besser gelingt dies hingegen den weniger Stressbelasteten, die sich zu 27,9 % fröhlich und glücklich in den Feierabend verabschieden. Von den Belasteten sagen das nur 17,5 % von sich.

Stichwort Dienstschluss/Freizeit: Wenn es darum geht herauszufinden, ob Berufstätigen mit einer hohen Stressbelastung genügend Zeit für ihr Privatleben bleibt, dann sind die die Ergebnisse der Studie eindeutig: So gelingt es in dieser Gruppe nur knapp jedem Zweiten (48,2 %) genügend Zeit für seine privaten Angelegenheiten aufzubringen, im Vergleich zu 83,0 % bei den weniger stark Belasteten. Summa summarum: Das Thema Work-Life-Balance ist weiterhin sehr wichtig, und vielleicht sollte man besser Life-Work-Balance sagen …

Zum Studiensteckbrief:
Methode: Computer Assisted Web Interviews (CAWI); Online-Interviews über die Marketagent.com reSEARCH Plattform; Erhebungszeitraum: 3. 3. 2017 – 20. 3. 2017; Kernzielgruppe: Personen im Alter von 20 bis 65 Jahren, die mehrheitlich Bürotätigkeiten verrichten und am gestrigen Tag im Büro waren; Sample-Größe: n = 2.150 Interviews (Kernzielgruppe), Random Selection nach Quoten; Umfang: 84 offene / geschlossene Fragen; Studienleitung: Marketagent.com, Mag. Silke Hirschberger.
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