NÖ.Regional: Förderung für Nahversorger
 
NÖ.Regional

Förderung für Nahversorger

NÖ.Regional
v. l. n. r.: Verleihung Projektwettbewerb am 29. März 2022 durch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Maria Forstner (Obfrau NÖ Dorf- und Stadterneuerung), Martin Zauner (Obmann Dorferneuerungsverein Artstetten), Bürgermeister Karl Höfer (Gemeinde Artstetten), Claudia Winter (Obfrau des Vereins "Unser Dorfladen"), Vize-Bürgermeister Franz Lumesberger-Hintersteiner (Gemeinde Artstetten)
v. l. n. r.: Verleihung Projektwettbewerb am 29. März 2022 durch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Maria Forstner (Obfrau NÖ Dorf- und Stadterneuerung), Martin Zauner (Obmann Dorferneuerungsverein Artstetten), Bürgermeister Karl Höfer (Gemeinde Artstetten), Claudia Winter (Obfrau des Vereins "Unser Dorfladen"), Vize-Bürgermeister Franz Lumesberger-Hintersteiner (Gemeinde Artstetten)

Das Land Niederösterreich will Leerstände mit Nahversorger-Konzepten wiederbeleben und vergibt Förderungen, die bis Ende des Jahres beantragt werden können. "Unser Dorfladen" als Best Practice.

Ortskernsterben und fehlende Nahversorger in ländlichen Gebieten ist eine Entwicklung, mit der auch Niederösterreich zu kämpfen hat. Konzepte, wie man dem entgegenwirken kann, gibt es bereits einige, man denke zum Beispiel an die Uniboxen, die, wie CASH unlängst berichtete, an immer kreativeren Standorten zum Einsatz kommen. Auch das Land Niederösterreich überlegt, wie man den Leerständen entgegenwirken und Nahversorger gewinnen kann. Eine Lösung ist der Miniladen mit digitalen Bezahlsystemen, der die Nahversorgung in den Ortskernen ergänzen soll. "Der Miniladen ergänzt den regionalen Handel dort, wo es aus der Sicht der Nahversorgung und unserer regionalen Händlerinnen und Händler sinnvoll erscheint. Damit sichern wir die Nahversorgung im Ort und zeigen Wege auf, Leerstände von Gebäuden mitten im Ort zu vermeiden – eine Win-Win-Situation. Durch kurze Transport- und Einkaufswege kann der Miniladen darüber hinaus einen Beitrag zur Lebensqualität in unseren Gemeinden, aber auch zum Klimaschutz leisten", so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Angetrieben soll das Ganze durch den Trend zu ökologisch produzierten, nachhaltigen und regional angebauten Lebensmitteln werden. Gleichzeitig wurde ein Fördercall der NÖ Dorf- und Stadterneuerung ins Leben gerufen. "Das Ziel des Projekts ist auch die Schaffung eines gemeinsamen Treffpunktes unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Darüber hinaus schaffen Miniläden regionale Wertschöpfung. Als Servicepartner kommen wir gerne auf interessierte Gemeinden zu und stehen ihnen beratend für alle Fragen zur Seite", berichtet Christine Schneider, Geschäftsführerin NÖ.Regional. Noch bis 31. Dezember 2022 kann man sich für eine Förderung bewerben. Diese belaufen sich auf 50 Prozent der Errichtungskosten, die maximale Fördersumme beträgt 50.000 Euro.

Beantragen werden die Förderung von niederösterreichischen Gemeinden oder Dorferneuerungsvereinen. "Die Grundidee des Fördercalls ist es, bestimmte Güter und Waren auch in jenen Gegenden anbieten zu können, die über keinen Nahversorger mehr verfügen", heißt es auf CASH-Anfrage. Handelsbetriebe, Franchisenehmer und Privatpersonen können die Förderung zwar dezidiert nicht beantragen, allerdings ist es denkbar, dass Projekte mit bestehenden Nahversorgern umgesetzt werden. Die Rahmenbedingungen dafür sind jedoch streng, alles steht und fällt mit regionalen Bezügen. Bei NÖ.Regional stellt man klar: "Es dürfen nur Direktvermarkter im erweiterten Ab-Hof-Verkauf Waren anbieten. Die Gesetzeslage ist hier eindeutig. Gewerbliche Anbieter sind in diesen Läden nicht möglich. Ebenso dürfen nur die eigenen Produkte verkauft werden, keine Produkte Dritter. Ein Provisionsmodell ist ebenso unzulässig. Der Verkauf erfolgt auf eigenen Namen und eigene Gewähr. Zum Betrieb muss ein eigener Betreiberverein gegründet werden, der nicht gewinnorientiert sein darf." Auch ein digitales Bezahlsystem ist Voraussetzung. Ob die Stores bemannt oder unbemannt sind, spielt allerdings keine Rolle.
Unser Dorfladen
Ein Best Practive Beispiel wie so ein Miniladen gestaltet sein kann, ist "Unser Dorfladen" der Gemeinde Artstetten. Dort werden seit 12. Dezember 2020 auf 35 Quadratmetern rund 600 regionale Produkte von 50 Produzentinnen und Produzenten aus unmittelbarer Umgebung angeboten. Die größte Nachfrage gibt es bei Milchprodukten, Fleisch sowie Eis, die täglich von sechs bis 22 Uhr erhältlich sind. Frequentiert wird er von etwa 30 Kundinnen und Kunden pro Tag. Am 29. März 2022 erhielt der Miniladen "Unser Dorfladen" beim Projektwettbewerb der NÖ Dorf- und Stadterneuerung in der Kategorie "Orts- und Stadtkernbelebung" den 2. Platz. Am 18. Juli 2022 wurde der Miniladen von "So schmeckt Niederösterreich" landesweit als Regionalladen des Jahres 2022 ausgezeichnet.

Unser Dorfladen

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