Österreichischer Handelsverband: Trotz Challe...
 
Österreichischer Handelsverband

Trotz Challenges zuversichtlich

Handelsverband
Die Teilnehmer der Neujahrspressekonferenz des österreichischen Handelsverbands (v.l.n.r.): Rainer Will (Geschäftsführer HV), Stephan Mayer-Heinisch (Präsident HV), Karin Saey (Leiterin Bereich Handel Dorotheum), Martin Wäg (Vorstandsvorsitzender Kastner & Öhler), Alpay Güner (Vorsitzender der Geschäftsführung MediaMarkt) und Ernst Mayr (Geschäftsführer Fussl Modestraße)
Die Teilnehmer der Neujahrspressekonferenz des österreichischen Handelsverbands (v.l.n.r.): Rainer Will (Geschäftsführer HV), Stephan Mayer-Heinisch (Präsident HV), Karin Saey (Leiterin Bereich Handel Dorotheum), Martin Wäg (Vorstandsvorsitzender Kastner & Öhler), Alpay Güner (Vorsitzender der Geschäftsführung MediaMarkt) und Ernst Mayr (Geschäftsführer Fussl Modestraße)

Die Handelsbranche sei, trotz der gravierenden Herausforderungen, zuversichtlich ins neue Jahr gestartet. Dennoch erwarte sich die Branche "ein anspruchsvolles erstes Halbjahr 2023". 

Im Rahmen der Neujahrspressekonferenz des Österreichischen Handelsverbands wurden die wichtigsten Meilensteine, Eckpunkte, aber auch Hemmnisse für den heimischen Handel aufgeführt. Dabei sei die Relevanz des österreichischen Handels unbestritten, denn: Mehr als 77.600 Unternehmen mit knapp 600.000 unselbständigen Beschäftigten sind laut KMU Forschung Austria im Handel tätig. Gemeinsam erwirtschaften sie einen Umsatz von 266 Milliarden Euro. Die vergangenen drei Jahre waren, so der Handelsverband in seiner Neujahrspressekonferenz, eine massive Herausforderung. Unter anderem konnten die heimischen Einzelhändler laut Wifo-Prognose im Gesamtjahr 2022 einen Umsatz von 72,5 Milliarden Euro erwirtschaften – eine nominelle Steigerung von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereinige man allerdings die Daten um durchschnittliche Preissteigerungen, musste der heimische Einzelhandel ein Minus von einem Prozent verkraften. Und: Erstmals habe auch der Onlinehandel ein reales Umsatzminus von drei Prozent eingefahren.

In Sachen Insolvenzen spricht der Handelsverband von einem erstmaligen, seit Beginn der Corona-Krise, herankommenden Wert an das Vorkrisenniveau. Pro Tag gab es im Vorjahr laut KSV1870 im Schnitt 13 Pleiten, in Summe waren es somit 4.775 Unternehmen, die von einer Insolvenz betroffen waren. Das entspricht einer Steigerung von 57,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Aufgrund der allgegenwärtigen Challenges stellt der Handelsverband Forderungen, die eine (Wiederaufnahme) der Arbeitsmarktreform, eine leistbare und flächendeckende Kinderbetreuung, die rasche Auszahlung der Corona-Entschädigungen, Benachteiligungen durch den Energiekostenzuschuss I, die steuerliche Gleichstellung von Fremd- und Eigenkapital und die Abschaffung der Mietvertragsgebühren beinhalten.

Für dieses Jahr erwarte der Handel "ein anspruchsvolles erstes Halbjahr 2023", weil neben den höheren Löhnen (Kollektivvertragsabschlüsse) auch Mieten und Pacht deutlich ansteigen und die Energiepreise noch auf einem hohen Niveau bleiben werden. Dennoch sei man "zuversichtlich", wie Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands, betont. Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbands, ergänzt: "Für das zweite Halbjahr 2023 hoffen wir darauf, dass die Bevölkerung wieder mehr Vertrauen in die Zukunft gewinnt, denn Konsum ist Psychologie." Und er fordert die Bundesregierung "dringend auf, die überfälligen Strukturreformen am Arbeitsmarkt und bei Gebühren, die den stationären Handel belasten, umzusetzen."
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