Einzelhandel Jahresbilanz 2009: Österreichs H...
 
Einzelhandel Jahresbilanz 2009

Österreichs Handelsmotor läuft vergleichsweise rund

WKO
V.l.n.r.: Dr. Hannes Mraz, Geschäftsführer der Bundessparte Handel, KommR Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel, Mag. Peter Voithofer, Direktor der KMU Forschung AustriaDr. Hannes MRAZ, Geschäftsführer der Bundessparte Handel© WKO
V.l.n.r.: Dr. Hannes Mraz, Geschäftsführer der Bundessparte Handel, KommR Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel, Mag. Peter Voithofer, Direktor der KMU Forschung AustriaDr. Hannes MRAZ, Geschäftsführer der Bundessparte Handel© WKO

Der österreichische Einzelhandel entwickelte sich 2009 deutlich stabiler als die übrige Wirtschaft. Nominell Betrug das Umsatzplus 1,3 Prozent. Abermals die beste Entwicklung verzeichnete der Sportartikelhandel. Die Anzahl der Beschäftigten konnte in Summe nahezu gehalten werden. Für dieses Jahr rechnet Spartenobmannn Erich Lemler mit einer schwarzen Null.

"Der österreichische Handelsmotor läuft vergleichsweise rund", zog Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Bilanz über das abgelaufene Jahr im österreichischen Einzelhandel.

Entwicklung des Einzelhandels besser als jene der Gesamtwirtschaft



Laut aktueller Konjunkturerhebung der KMU Forschung Austria betrug der Umsatz im stationären Einzelhandel 2009 rund 48,6 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahresergebnis entspricht dies einem nominellen Umsatzplus von 1,3 Prozent, real lagen die Umsätze knapp unter dem Vorjahresniveau (-0,3 %).

Dabei erholte sich das Einzelhandelsgeschäft nach einem mehr als schwachen Start im Jahresverlauf zusehends. Im Weihnachtsgeschäft lag der Umsatz nominell sogar drei Prozent über dem Niveau des Vorjahres und erstmals bei mehr als 1,5 Mrd. Euro. Bedingt duch diese günstige Nachfrageentwicklung war die Konjunkturentwicklung im Einzelhandel letztlich besser als die der Gesamtwirtschaft (BIP real: -3,4 %, Quelle: WiFo)

Sportartikelhandel mit der besten Entwicklung



Nach Branchen betrachtet entwickelten sich im Vorjahr der Sportartikel- und Spielwareneinzelhandel mit einem nominellen Umsatzplus von jeweils rund vier Prozent am besten, gefolgt von den Drogerien und Parfumerien (+3,1 %). Im Lebensmitteleinzelhandel (Basis: Nielsen Umsatzbarometer inkl. Hofer und Lidl) betrug das Umsatzplus 2,1 Prozent. Nominelle Umsatzrückgänge mussten der Papier- und Buchhandel, der Lederwarenhandel sowie der Radio- und Elektrohandel (inkl. Foto und Computer) hinnehmen.

Real konnte der Spielwarenhandel mit Umsatzsteigerungen von 3,5 Prozent mit Abstand das beste Branchenergebnis erzielen. Darüber hinaus kam es lediglich im Lebensmittel- und Sportartikeleinzelhandel zu einem nennenswerten mengenmäßigen Umsatzwachstum (+1,3 bzw. +0,8 %). Im sonstigen Einzelhandel und im Bekleidungshandel lagen die Umsätze real nur knapp über dem Vorjahresniveau. Im Schuhhandel stagnierten die Erlöse. Alle anderen Branchen konnten das Umsatzniveau des Vorjahres mengenmäßig nicht erreichen, wobei das Minus im Lederwaren- sowie im Papier- und Buchhandel am höchsten ausfiel (-4,4 resp. -5,1 %).

Beschäftigungssituation im Einzelhandel stabil



Annähernd stabil geblieben ist im Vorjahr die Zahl der Beschäftigten. Im Jahresdurchschnitt waren ca. 262.000 unselbständig Beschäftigte (exkl. geringfügig Beschäftigte) im österreichischen Einzelhandel tätig. "Service, Beratung und Preiswürdigkeit sind die Eckpfeiler des Handels. Vor diesem Hintergrund gewinnt das Thema Mitarbeiter-Schulung für viele Unternehmen einen immer größeren Stellenwert. Umgekehrt bedeutet das für die Betriebe natürlich auch Kosten, die wir vor einigen Jahren in dieser Größenordnung noch nicht zu verzeichnen hatten", fügte Lemler an.

Ausblick 2010



Trotz eines für heuer erwarteten leichten Anstiegs der Inflation sowie der Arbeitslosenrate blickt Spartenobmann Lemler optimistisch nach vorn. Er rechnet dieses Jahr mit einem realen Plus in der Größenordnung von einigen Zehntelprozentpunkten über Null.
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