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Nachhaltigkeit/Plastik

Plastik: Recycling läuft, es geht noch mehr

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Besonders bei Plastikflaschen wird eine hohe Recycling-Rate angestrebt.© Pixabay.com/Hans
Besonders bei Plastikflaschen wird eine hohe Recycling-Rate angestrebt.© Pixabay.com/Hans

Bei der Fachkonferenz rund um Kunststoff ziehen der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs, die Wirtschaftskammer, Altstoff Recycling Austria und die Industriellenvereinigung ein positives Fazit.

Die "Circular Economy and Ressource Efficiency"-Konferenz fand im Haus der Industrie statt, Thema war die Kreislaufwirtschaft von Plastik. Unter den Teilnehmern waren neben dem Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs, der Wirtschaftskammer, Altstoff Recycling Austria und der Industriellenvereinigung auch Vertreter der europäischen Industrie.

"Insbesondere die Diskussionen über Verbote von einzelnen Produktgruppen oder die Einführung von Pfandsystemen greifen beim drängendsten Ziel zu kurz, nämlich die Plastikverschmutzung in den Weltmeeren zu bekämpfen", sagte Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Peter Koren. "Daher wurde in Österreich frühzeitig in eine Abfall- und Kreislaufwirtschaft investiert, die eine flächendeckende Erfassung und Verwertung von Abfällen aller Art, auch der Kunststoffabfälle gewährleistet." Österreich ist bei der Erfassungsquote von fast 100 % an der Spitze der EU, welche für 1 % der Kunststoffabfälle in den Weltmeeren verantwortlich ist. Entsprechend möchte Koren das bestehende Know-How stärker verbreiten: "Anstatt in Österreich höhere Quoten, Verbote und Pfandsysteme einzuführen, wäre es sinnvoller österreichische Umwelttechnologien in Kooperation mit heimischen Industrieunternehmen – den führenden Innovatoren auf diesem Gebiet – konsequent ins Ausland zu exportieren. Und zwar dorthin, wo die Plastikverschmutzung tatsächlich entsteht."

Stephan Schwarzer, Umweltexperte der Wirtschaftskammer Österreich, führt die hohe Effizienz des heimischen Vermeidungs-Systems "auf hervorragende Sammelinfrastruktur, hohe Akzeptanz der Konsumenten und vergleichsweise niedrige Kosten zurück. In wesentlichen Teilen erfüllen wir heute bereits Ziele, die gemäß EU-Vorgabe erst 2025 oder 2030 erfüllt werden sollen."

Das ist für Sylvia Hofinger, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Chemischen Industrie, erst der Anfang: "Um die von der EU vorgegebenen ambitionierten Recyclingziele im Bereich Kunststoff zu erreichen, müssen wir gemeinsam über Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Systems diskutieren." Denn bis 2025 soll die Kunststoffrecyclingrate um weitere 50 % erhöht werden, bis 2029 sollen 90 % aller Kunststoffflaschen wieder eingesammelt werden. "Hier sind wirkungsvolle Maßnahmen notwendig, die weitreichender und zielführender sind als das Verbot von Wattestäbchen und Plastiksackerln", so Hofinger. Seitens des Verbandes wurde ein 10-Punkte-Maßnahmenpaket erstellt, durch welches die angestrebten Recycling-Quoten erreicht oder sogar übertroffen werden sollen.
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