Greenpeace/Global 2000: Plastiksackerl-Aus so...
 
Greenpeace/Global 2000

Plastiksackerl-Aus soll erst der Anfang sein

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Die Umweltschutz-Organisationen Greenpeace und Global 2000 würden die Vermeidung von Plastik-Verpackungen gerne gesetzlich verankert sehen.© picabay.com - Ben_Kerckx
Die Umweltschutz-Organisationen Greenpeace und Global 2000 würden die Vermeidung von Plastik-Verpackungen gerne gesetzlich verankert sehen.© picabay.com - Ben_Kerckx

Die Umweltschutz-Organisationen Greenpeace und Global 2000 sehen den Abschied von Einweg-Taschen aus Kunststoff als guten Start einer Trendwende.

300.000 Tonnen Plastikverpackungen landen in Österreich pro Jahr im Müll - zwei Drittel mehr als noch vor 20 Jahren. Damit der Abfall nicht noch mehr wird, setzen sich Greenpeace und Global 2000 unabhängig voneinander dafür ein, dass die Reduktion von Kunststoff-Verpackungen gesetzlich verankert wird. Mit der gesetzlichen Vorgabe soll vermieden werden, dass das Plastiksackerl-Verbot zum Eigentor wird, da ein Zuwacks bei verpackten Waren befürchtet wird. Zwar hat die Regierung unter Sebastian Kurz dies bereits im Ministerrat beschlossen, konnte das Vorhaben jedoch nicht gesetzlich verankern. Am Mittwoch, 12. Juni 2019 wird die ehemalige Ministerin Elisabeth Köstinger den unveränderten Begutachtungsentwurf zum Abfallwirtschaftsgesetz als Initiativantrag im Nationalrat einbringen.

Ein Viertel weniger Verpackungs-Müll bis 2025 lautet das Ziel von Greenpeace: "Die Österreicherinnen und Österreicher haben die Nase voll von den Bergen an Plastik in den heimischen Supermärkten. Die letzte Regierung hat angekündigt, die Plastikverpackungen um ein Viertel zu verringern. Nun droht diese Entscheidung zu kippen. Um die Plastikflut in Österreich einzudämmen, müssen die Parlamentsparteien auch das 25-Prozent-Reduktionsziel im Parlament beschließen", fordert Nunu Kaller, Expertin für Konsumfragen. Für sie sind kompostierbare Alternativen keine Lösung: "Österreich darf nicht zu falschen Lösungen greifen: Wenn wir die 750 Millionen Wegwerfsackerl aus Plastik mit Wegwerfsackerln aus Bio-Plastik oder Papier ersetzen, haben wir der Umwelt keinen Gefallen getan. Wir brauchen ein Aus für alle Gratis-Wegwerfsackerl. Nur so können wir garantieren, dass die Abfallflut tatsächlich reduziert und das Problem nicht auf andere Materialien verlagert wird."

Global 2000 legt in diesem Zusammenhang eine Umfrage von Hajek Public Opinion Strategies vor: Laut dieser befürworten 54 % aller österreichischen Konsumenten eine gesetzliche Verpflichtung für die Hersteller, wenn es um die Müllvermeidung geht. Knapp mehr als die Hälfte spricht sich deutlich für die Förderung von Mehrwegverpackungen aus. "Die Umfrage zeigt deutlich, dass viele Menschen genug von kurzlebigen Plastikwegwerfprodukten haben und sich nachhaltigere Formen des Konsums wünschen. Sie erwarten daher zurecht weitere Regulierungen um der Plastikverschmutzung etwas entgegen zu setzen. Das Parlament hat jetzt die Chance diesem Wunsch zu entsprechen", so Lisa Kernegger, Ökologin und GLOBAL 2000 Plastikexpertin. Auch von ihrer Seite kommt die Befürchtung: "Wenn es diesbezüglich zu keinen Nachbesserungen kommt, ist zu erwarten, dass Sackerln aus Papier vermehrt Verwendung finden. Das würde zu keiner echten Umweltentspannung führen da auch Wegwerf-Papiertragetaschen zu einem größeren ökologischen Fußabdruck beitragen"

Plastiksackerl alleine machen rund 2 % des Plastikmülls in Österreich aus. Ein Aus wäre somit ein guter Start, doch die Umweltschutz-Organisationen möchten die restlichen 98 % ebenso bekämpfen.
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