SES Spar European Shopping Centers: Projekt S...
 
SES Spar European Shopping Centers

Projekt Seestadt in Bregenz gestoppt

SES
Eine Visualisierung der „Seestadt Bregenz“ © SES
Eine Visualisierung der „Seestadt Bregenz“ © SES

Das „Projekt Seestadt“ am Bahnhof der Vorarlberger Landeshauptstadt Bregenz mit Geschäften und Büros sowie mit über 65 Wohnungen und Innenstadt-Parkplätzen wird aus wirtschaftlichen Gründen gestoppt.

Auf der großen Parkplatzfläche neben dem Bregenzer Bahnhof hätte es entstehen sollen, das „Projekt Seestadt“ (vgl. CASH 3/2015, S. 36). Nun wird es doch nicht verwirklicht werden, teilten die Vertreter der Betreiberunternehmen, Bernhard Ölz, Guntram Drexel und Marcus Wild, am Freitag, 13. Jänner 2017 mit. Unter den aktuellen Rahmenbedingungen gebe es auch kein Alternativprojekt für „Seestadt Bregenz“, bedauern die Betreiber. Wie attraktiv das Projekt Seestadt aus Betreibersicht war, zeigt das Interesse an den Handelsflächen. SES-CEO Marcus Wild hat bis zum Zeitpunkt des Rückzugs die Vermietung von 80 Prozent der Handelsflächen sichergestellt. SES Spar European Shopping Centers sind in der Betreiber-Gesellschaft mit einem Anteil von 10  Prozent vertreten. Die weiteren Gesellschafter sind die CB Investment GmbH (PRISMA Unternehmensgruppe / Beteiligungen) mit 40 Prozent, die JDL Leasinggesellschaft mbH (30 Prozent) und die Hypo Rent Leasing und Beteiligungsgesellschaft m.b.H. (20 Prozent).

Zur Erinnerung: Die Gegend zwischen dem Bahnhof und der Schillerstraße ist in Bregenz das Stadtzentrum (nicht zu verwechseln mit der Altstadt). Dort, wo die „Seestadt“ hätte entstehen sollen, stand einst hundert Jahre lang der alte, im Stil des k.u.k.-Architekten Wilhelm von Flattich gebaute Bahnhof. Er wurde in den 1980ern abgerissen, und 1990 baute man den heute noch bestehenden Durchgangsbahnhof. Die alte Bahnhofsfläche wurde zu einem Parkplatz umgewidmet, und seither klafft dort ein Loch, jedenfalls städtebaulich gesehen. Dies mag auch ein Grund dafür gewesen sein, dass sich nicht nur Bürger-, sondern auch Architekteninitiativen in den Entstehungsprozess des Seestadt-Projekts eingebracht haben. Man bemängelte eine fehlende architektonische Idee, eine Selbstbezüglichkeit, die sich auf das Shoppingcenter konzentriert hätte, und vor allem ein fehlendes attraktives Entrée in die Stadt; letzteres ein städtebauliches Argument. Noch im November sahen die Betreiber das relativ entspannt, allerdings würde die Berücksichtigung all der Einwände das Projekt so verteuern, dass es wirtschaftlich nicht mehr vertretbar sei, es zu errichten. Das und wohl auch andere Gründe mögen SES und die anderen Gesellschafter dazu bewogen haben, das Projekt zu stoppen.

Links zum Thema:

Seestadt Bregenz 1

Seestadt Bregenz 2
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