RegioData: Online-Handel nach dem Boom
 
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Online-Handel nach dem Boom

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Fast 20 Prozent wuchs der E-Commerce in Österreich im Jahr 2020 - nun hat sich diese Dynamik eingebremst. RegioData gibt einen Überblick, welche Marktteilnehmer wo stehen.

Aktuell fließen von den österreichischen Haushalten 11,3 Milliarden Euro pro Jahr ins Internet. Für das laufende Jahr 2022 ist mit einer Steigerung von lediglich 4,3 Prozent zu rechnen. Die zu erwartende höhere Inflation wird jedoch letztlich zu einem deutlichen realen Rückgang führen – erstmals seit der Eröffnung des ersten Onlineshops.

Im Jahr 2021 betrugen die Onlineausgaben pro Einwohner in Österreich 1.265,3 Euro, das sind 16,2 Prozent aller einzelhandelsrelevanten Konsumausgaben. Durch Corona wurden neue Kundengruppen gewonnen und die Jungen sind ohnehin deutlich online-affiner, sodass mittel- und langfristig jedenfalls mit Steigerungen zu rechnen ist. Je nach Szenario wird der Onlineanteil in Österreich innerhalb der nächsten 3 Jahre bereits zwischen 20 und 22 Prozent liegen. Aber auch international gesehen ist der langfristige Siegeszug nicht aufzuhalten. Während vor allem in einigen asiatischen Ländern bereits Onlineanteile von bis zu 40 Prozent am gesamten Einzelhandelsvolumen erreicht werden, variiert der Onlineanteil in Europa derzeit noch zwischen fünf Prozent und 27 Prozent. Auf europäischem Terrain herrscht diesbezüglich ein klares Nordwest-Südost-Gefälle. Zudem sind für das Ausmaß der Onlineanteile die Höhe der Kaufkraft und die Dichte der stationären Verkaufsfläche relevant.

Marktführer können Anteile nicht ausbauen

Allrounder wie Amazon, Zalando sowie die Otto-Group haben zwar insgesamt Umsätze dazugewonnen, parallel dazu stagnieren ihre Marktanteile jedoch in den einzelnen Segmenten. Hinzu kommt, dass eine große Zahl an Spezialisten derzeit an Bedeutung gewinnt und an den Umsätzen der Allrounder knabbert. Dennoch, der Onlinemarkt ist zu einem Großteil von Konzentrationstendenzen geprägt. Die großen Fische im Onlinehandel sind entweder Pure Player wie Amazon, Zalando, Shop Apotheke etc. oder sehr, sehr starke (stationäre) Marken wie Ikea, MediaMarkt, H&M und Apple.

Der Onlinehandel in Österreich setzte seinen Wachstumskurs in den meisten Branchen auch im Jahr 2021 fleißig fort. Den höchsten Sprung in puncto Onlineanteil konnten die Baumärkte mit einer Steigerung von 1,6 Prozentpunkten zum Vorjahr auf aktuell 14,5 Prozent hinlegen. Auch der Möbel- sowie Schuhmarkt konnten jeweils um über einen Prozentpunkt zulegen. Elektronik und Bekleidung bleiben weiterhin auf hohem Niveau. Doch gibt es auch Rückgänge bei den Onlineanteilen: Leicht reduzierte Onlineanteile sind im Buchhandel, aber auch in der Spiele-, Freizeit- sowie Sportbranche beobachtbar. Beim Lebensmittelhandel ist mit einem Onlineanteil von 2,8 Prozent zwar eine stärkere Dynamik zum Vorjahr zu erkennen, doch belegt er trotzdem den letzten Platz im Branchenvergleich.

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