Karstadt/Signa: Rene Benko hat sich Karstadt ...
 
Karstadt/Signa

Rene Benko hat sich Karstadt nun doch gekrallt

-

Nach längerem Hin und Her hat Rene Benkos Signa Holding die angeschlagene Warenhauskette Karstadt nun doch komplett uebernommen. Kolportierte Summe: 1 Euro.

Die zuletzt im Besitz der Berggruen Holdings befindliche Karstadt Warenhaus GmbH befindet sich nun - ein Okay seitens der Kartellbehörde vorausgesetzt - im Eigentum der Sirgna Retail GmbH. Und: Bergrruen wird sich vollkommen aus dem Unternehmen zurückziehen, also auch aus den einzelnen Immobilien.

Wie Signa in einer Aussendung vermeldet, war für den Deal nun eine vollkommen neu ausverhandelte Vereinbarung, die im Gegensatz zur bisherigen Call-Option die Übernahme von 100 Prozent der Anteile an der Karstadt Warenhaus GmbH vorsieht. Zusätlich zieht sich die Berggruen Holdings auch aus der Karstadt Premium Group mit ihren drei Kaufhäusern KaDeWe in Berlin, Oberpollinger in München und Alsterhaus in Hamburg sowie aus Karstadt Sports vollständig zurück, und zwar sowohl aus dem operativen Einzelhandelsgeschäft als auch aus der Beteiligung an den einzelnen Karstadt-Immobilien.

Hiezu Wolfram Keil, Geschäftsfuehrer der Signa Retail GmbH. "Die Karstadt Warenhaus GmbH braucht Klarheit über die zukünftige Eigentümerstruktur. Deshalb tritt Signa jetzt auch in die operative Verantwortung."

Signa hat in den letzten Monaten bereits einen dreistelligen Millionenbetrag in das Unternehmen mit seinen 83 Warenhäusern und insgesamt 17.000 Mitarbeitern investiert und so für die nötige Liquidität gesorgt. Zudem wurde vor kurzem durch eine Garantieerklärung der Signa auch die wichtigste Warenkreditversicherung für die Karstadt Warenhaus GmbH um ein weiteres Jahr zu unveränderten Konditionen verlängert.

Keil weiters: "Wir sind bereits umfangreich bei Karstadt engagiert - somit war die komplette Übernahme angesichts der aktuellen Lage die logische Konsequenz. Wichtigstes Ziel ist es jetzt, dass Ruhe einkehrt um die nächsten Schritte einer tragfähigen Sanierungsstrategie, die sowohl Aufsichtsratschef Stephan Fanderl als auch die Geschäftsführung der Karstadt Warenhaus GmbH bereits mehrfach angekündigt haben, zügig in den relevanten Gremien präsentiert, mit den Arbeitnehmervertretern diskutiert, verabschiedet und im Anschluss durch das Management umgesetzt werden."

Über die konkreten Pläne Benkos gibt es derzeit nur Spekulationen. So zum Beispiel jene, dass er nach Schließung der am wenigsten Einträglichen Häuser andere wiederum - wie auch das Kafhaus Tyrol in Innsbruck - in lukrative Einkaufszentren umbauen möchte. Oder dass Benko mit der Konkurrenzkette Kaufhof fusionieren will. In jedem Fall - Experten sind sich einig, dass er für die Karstadt-Sanierung mindestens eine Milliarde Euro in die Hand nehmen wird müssen.
stats