bellaflora/Global 2000: Rettet die Schmetterl...
 
bellaflora/Global 2000

Rettet die Schmetterlinge!

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Stefan Körber - stock.adobe.com
Stefan Körber - stock.adobe.com

bellaflora und Global 2000 starten Initiative für pestizidfreies Gärtnern. bellaflora-GF Alois Wichtl appelliert an die Gartenbaubranche und die Landwirtschaft, freiwillig auf den Einsatz von Neonicotinoiden zu verzichten.

Unter dem Leitsatz „Ohne Blumen keine Schmetterlinge und umgekehrt" setzen sich Gartencenter-Experte bellaflora und Umweltschutzorganisation Global 2000, für pestizidfreies Gärtnern in Österreich ein. Sie haben einen Weckruf gestartet, mit dem Ziel, die österreichische Schmetterlingsvielfalt zu fördern, deren Existenz zunehmend in Bedrohung ist.

„Schmetterlinge und andere Bestäuber brauchen dringend unseren Schutz, denn schon heute sind zirka die Hälfte aller heimischen Tagfalterarten gefährdet“, sagt Dominik Linhard von GLOBAL 2000. „Auch wir Menschen profitieren von Schmetterlingen, Bienen und Co., denn sie sind hauptverantwortlich für den Ertrag unserer heimischen Obst- und Gemüse-Sorten. Ohne ihre Bestäubungsleistung gäbe es kaum Äpfel, Zwetschken, Gurken, Zucchini, Kürbisse, Pfirsiche und vieles mehr", warnt Linhard.

Global 2000 führte erneut einen Pestizid-Einkaufstest durch, der zeigt, dass ein Drittel der getesteten Gartencenter und Baumärkte schwere Mängel beim Verkauf von Pestiziden aufweisen. "Manche Schädlingsbekämpfungsmittel aus der Gruppe der Biozide - gefährlicher Schmetterlings- und Bienenkiller - sind flächendeckend im Verkauf und haben in schmetterlingsfreundlichen Gärten überhaupt nichts zu suchen", so das Fazit. 

Warnung vor Neonikotinoiden
bellaflora hat Pestiziden schon vor längerer Zeit den Kampf angesagt und im Vorjahr gemeinsam mit Global 2000 einen Grenzwertkatalog präsentiert, der den Einsatz von Pestiziden in der Pflanzenkultivierung reduzieren soll - mit dem Ziel sie in den nächsten Jahren völlig weguzlassen.

„Aus unserem nachhaltigen Verständnis würde es viel zu kurz greifen, sich nur auf einzelne Wirkstoffe oder Produktkategorien zu konzentrieren. Wir müssen die Gesamtbelastung für die Menschen und die Umwelt zu reduzieren,“ betont Isabella Hollerer, Leitung Nachhaltige Entwicklung bei bellaflora. „Im Speziellen jedoch würde eine uneingeschränkte Weiterverwendung von Neonikotinoiden unweigerlich zum Aussterben der Bestäuber führen, allen voran den Schmetterlingen. Daher wäre ein Verbot dieser Substanzen enorm wichtig.“, 

Und Geschäftsführer Alois Wichtl ergänzt: „Alle Experten bestätigen, dass Neonicotinoide eine wesentliche Bedrohung für Bestäuber sind, ganz besonders für Bienen und Schmetterlinge. Wir wissen auch, dass allein in Österreich die Hälfte der Schmetterlingsarten auf der roten Liste steht. Das wird in anderen Ländern nicht weniger dramatisch sein – und die Regierungen Europas schauen diesem Sterben weiter zu.“

Wichtl zufolge war für Mai 2017 eine Abstimmung in der EU angekündigt, und dann verschoben, weil man auf eine wissenschaftliche Bewertung durch die EFSA (European Food Safety Auhortiy) warten wollte. Diese Bewertung liege seit 28. Februar vor und bestätige, dass die drei Insektizide Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam Bestäuber bedrohen und dass die 2013 auferlegten Beschränkungen nicht ausreichen, um das zu verhindern. Die Abstimmung über ein Verbot von Neonicotinoiden hätte es dennoch wieder nicht auf die Agenda für die Sitzung des Fachausschusses am 22./23. März dieses Jahres geschafft.

Aus diesem Grund appelliert Wichtl an die Gartenbaubranche und die Landwirtschaft, freiwillig auf den Einsatz von Neonicotinoiden zu verzichten: „Wir können nicht länger auf den Gesetzgeber warten, wir brauchen die Bestäuber. Nicht nur, weil sie schön anzusehen sind, sondern weil wir ohne sie unsere Lebensmittel nicht produzieren können. Wir alle tragen Verantwortung für die kommenden Generationen.“



Mag. Dominik Linhard, Projektkoordinator Pestizid-Reduktionsprogramm Global 2000, Mag. Isabella Hollerer, Leitung Nachhaltige Entwicklung bellaflora und Geschäftsführer Mag. Alois Wichtl © bellaflora/APA-Fotoservice/Tanzer
bellaflora/APA-Fotoservice/Tanzer
Mag. Dominik Linhard, Projektkoordinator Pestizid-Reduktionsprogramm Global 2000, Mag. Isabella Hollerer, Leitung Nachhaltige Entwicklung bellaflora und Geschäftsführer Mag. Alois Wichtl © bellaflora/APA-Fotoservice/Tanzer


bellaflora-GF Alois Wichtl © www.markus-schneeberger.com
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