Rewe Group: Das doppelte Preisschild
 
Rewe Group

Das doppelte Preisschild

Milkoví - unspash.com
Ob Zwiebel, Käse, Milch oder Fleisch: Der Preis der Lebensmittel greift oft zu kurz, wenn es um die Umwelt- und sozialen Folgekosten der Lieferkette geht
Ob Zwiebel, Käse, Milch oder Fleisch: Der Preis der Lebensmittel greift oft zu kurz, wenn es um die Umwelt- und sozialen Folgekosten der Lieferkette geht

Um auf die Konsumfolgekosten aufmerksam zu machen, deklariert Pennys erster Nachhaltigkeits-Erlebnismarkt in Berlin neben dem eigentlichen Preis die "wahren Kosten" ausgewählter Lebensmittel.

Anlässlich der Eröffnung des ersten Nachhaltigkeits-Erlebnismarktes "Penny Grüner Weg" in Berlin, stellten sich der Diskonter und die Universität Augsburg die Frage, wie viel Lebensmittel eigentlich kosten müssten, wenn ihre ökologischen Auswirkungen entlang der Lieferkette mit in den Verkaufspreis einflößen. Um darauf eine Antwort zu finden, haben die Wissenschaftler für acht ausgewählte konventionell und ökologisch erzeugte Eigenmarken-Produkte (Apfel, Banane, Kartoffel, Tomate, Mozzarella, Gouda, Milch und gemischtes Fleisch) die über die Lieferketten anfallenden Auswirkungen von Stickstoff, Klimagasen, Energie und Landnutzungsänderungen auf den Verkaufspreis mit eingerechnet. Für diese Lebensmittel werden künftig die "wahren Kosten" (True Costs) neben den eigentlichen Preisen ausgewiesen. 

Die Ergebnisse: Der Verkaufspreis der acht konventionell erzeugten Lebensmittel müsste um durchschnittlich rund 62 Prozent steigen. Das entspricht einer durchschnittlichen Preissteigerung von 2,30 Euro pro Kilogramm. Bei den Alternativen aus ökologischem Landbau liegt das Plus bei rund 35 Prozent oder bei  2,28 Euro pro Kilogramm. 

"Wir haben in der Vergangenheit oft intensiv und zum Teil kontrovers über die Preise unserer Lebensmittel diskutiert. Aus unserer Sicht greift die bisherige Betrachtung aber zu kurz. Wir müssen dazu kommen, die Folgekosten unseres Konsums sichtbar zu machen. Wir sind als Unternehmen in einem wettbewerbsintensiven Markt ohne Zweifel Teil des Problems. Ich glaube aber, dass wir mit diesem Schritt Teil der Lösung werden können", so Stefan Magel, Bereichsvorstand Handel Deutschland der Rewe Group und COO von Penny. Er hofft, dass die Kunden positiv auf die doppelte Preisauszeichnung reagieren. Künftig werden dann sowohl die Anzahl der Produkte mit dieser Kennzeichnung erhöht als auch der Test auf weitere Märkte ausgeweitet. "An der Kasse zahlen unsere Kunden natürlich den Verkaufspreis ohne True Costs", so Magel.
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