Rewe Group: Handel Top - Touristik Flop
 
Rewe Group

Handel Top - Touristik Flop

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Getragen von der Lekkerland-Übernahme kletterte der Gesamtaußenumsatz der Rewe Group im Geschäftsjahr 2020 wechselkursbereinigt um 20,4 Prozent auf 75,3 Milliarden Euro. Das Vollsortiment Österreich legte um 4,3 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro zu.

Das neue Geschäftsfeld Convenience der Rewe Group, in der die Aktivitäten der übernommenen Lekkerland-Gruppe in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Spanien sowie das Segment Rewe To Go zusammengefasst sind, erwirtschaftete 2020 einen Gesamtaußenumsatz von 13,1 Milliarden Euro. Doch auch abgesehen von diesem großteils "zugekauften" Umsatz - Lekkerland steuerte 2020 rund zwölf Milliarden Euro Umsatz bei -, lief es im Vorjahr im Handelsgeschäft der Kölner Rewe Group weitgehend gut.

Das Vollsortiment National mit dem Einzelhandelsumsatz der deutschen Rewe-Filialen sowie dem Großhandelsumsatz der Kaufleute und sonstigen Partnern stieg um 12,3 Prozent auf 26,5 Milliarden Euro. Die Rewe-Kaufleute in Deutschland erzielten sogar ein Umsatzplus von 20,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Like for like belief sich das Plus auf rund 15 Prozent, da im Vorjahr etwa 40 Kaufleute neu hinzukamen.

Das Vollsortiment Österreich mit Billa, Bipa, Merkur und Adeg erwirtschaftete ein Umsatzwachstum von 4,3 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Das Vollsortiment International (Österreich, Tschechien, Slowakei, Russland, Bulgarien, Kroatien, Litauen), wo man sich im Vorjahr von den Märkten in der Ukraine trennte, verzeichnete ein wechselkursbereinigtes Umsatzplus von 3,6 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro. Discount National (Penny Deutschland) wuchs um 5,4 Prozent auf acht Milliarden Euro, Discount International wechselkursbereinigt um elf Prozent auf 5,5 Milliarden. Ein starkes Baumarktgeschäft ließ den Umsatz von toom & Co. um 19,9 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro steigen.

Doch gravierend war der Rückgang der konsolidierten Umsatzerlöse im Geschäftsfeld Touristik. Hier kam es aufgrund der Coronaviruspandemie zu einem Umsatzminus von fünf Milliarden Euro bzw. 73,9 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Daraus resultierend gab es im Geschäftsfeld Touristik einen Verlust von 390 Millionen Euro.

Dieses Minus und eine deutlich gestiegene Steuerlast, die unter anderem durch nicht verrechenbare Verluste der DER Touristik Group bedingt ist, ließen den Konzerngewinn nach Steuern (ohne selbstständigen Einzelhandel und At-Equity-Gesellschaften) von 507 auf 415 Millionen Euro (minus 18,1 Prozent) sinken. Das operative Ergebnis EBITA stieg jedoch um 34,1 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro. Das Eigenkapital erhöhte sich von 7,3 auf 7,6 Milliarden Euro.

Ebenfalls gewachsen ist die Mitarbeiteranzahl im In- und Ausland und zwar um rund 22.000 Personen bzw. sechs Prozent. Rewe Group beschäftigt damit insgesamt 384.000 Menschen - 282.000 davon in Deutschland und 102.000 international. Sie hob Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der Rewe Group, anlässlich der Vorlage der noch nicht testierten Geschäftszahlen 2020 speziell hervor: "Mein Dank gilt ganz besonders den über 380.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseres Unternehmens im In- und Ausland sowie unseren Kaufleuten für ihre hervorragenden Leistungen und ihr großartiges Engagement unter den erschwerten Bedingungen der Corona-Krise. Der Zusammenhalt in unserer Genossenschaft ist weiter gewachsen. Darauf bin ich besonders stolz."

Der Vorstand der Rewe Group (v.l.n.r.): Sören Hartmann, Jan Kunath (stv. Vorstandsvorsitzender), Lionel Souque (Vorstandsvorsitzender) und Christian Mielsch
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Der Vorstand der Rewe Group (v.l.n.r.): Sören Hartmann, Jan Kunath (stv. Vorstandsvorsitzender), Lionel Souque (Vorstandsvorsitzender) und Christian Mielsch
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