Kaiser's Tengelmann: Rewe lenkt im Streit um ...
 
Kaiser's Tengelmann

Rewe lenkt im Streit um Tengelmann ein

Tengelmann
Tengelmann will seine 400 Kaiser´s-Märkte verkaufen. © Tengelmann
Tengelmann will seine 400 Kaiser´s-Märkte verkaufen. © Tengelmann

Das jüngste Schlichtungsgespräch um die Zukunft des Händlers Kaiser's Tengelmann scheint erfolgreich zu sein: Rewe, Edeka und Tengelmann haben sich auf ein Paket von Filialen geeinigt, das an Rewe gehen soll. Das Kartellamt soll die Liste nun prüfen.

Das mittlerweile mehr als zwei Jahre andauernde Ringen um die Übernahme von Kaiser's Tengelmann bekommt eine weitere Wendung. Die Gespräche zwischen Tengelmann, Edeka, Rewe, Markant und Norma, die Anfang Oktober 2016 für gescheitert erklärt wurden, könnten nun doch erfolgreich sein.

Die Schlichtungsrunde unter Leitung des deutschen Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder und dem ehemaligen "Wirtschaftsweisen" Bert Rürup erzielten am späten Dienstagabend ein Ergebnis, heißt es aus informierten Kreisen. Demnach soll Rewe zahlreiche Filialen von Edeka erhalten. Dem Vernehmen nach soll es sich um wettbewerbsrechtlich kritische  Standorte in Berlin und Nordrhein-Westfalen handeln, die bereits Gegenstand der Mitte Oktober gescheiterten Verhandlungen waren. Edeka würde diese Standorte nun an den Konkurrenten abtreten. Im Gegenzug wollen die Kölner ihre Beschwerde gegen die Ministererlaubnis beim OLG Düsseldorf zurücknehmen, heißt es aus Verhandlungskreisen. 

Bundeskartellamt steht nun unter Druck

Nachdem bereits Markant und Norma ihre Rechtsmittel kürzlich zurückgenommen haben, würde dem Vollzug der umstrittenen Ministererlaubnis nichts mehr im Weg stehen. Das Bundeskartellamt soll die am Dienstag erarbeitete Filialliste nun binnen weniger Tage prüfen und entscheiden, ob die Märkte unter kartellrechtlichen Aspekten unbedenklich an die Rewe Group übertragen werden können.

Beteiligte Wettbewerbsjuristen gehen davon aus, dass das Kartellamt in vielen Regionen wohl kaum wettbewerbliche Bedenken haben dürfte. Zur Erinnerung: Einer kompletten Übernahme der 400 Märkte an Marktführer Edeka erteilte das Kartellamt dereinst eine klare Abfuhr wegen der marktbeherrschenden Stellung der Hamburger.

Den beteiligten Händlern bleibt nur noch wenig Luft für eine außergerichtliche Einigung. Am 15. November will der Bundesgerichtshofs den Fall verhandeln. Dem Vernehmen nach machen die Schlichter nun Druck auf das Kartellamt, einer raschen Lösung nicht im Wege zu stehen. 
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