AMA: RollAMA 2015 veröffentlicht
 
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RollAMA 2015 veröffentlicht

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Micaela Schantl ©AMA
Micaela Schantl ©AMA

140 Euro gibt ein durchschnittlicher Haushalt pro Monat für Frischeprodukte (exkl. Brot und Gebäck) aus. Der heiße Sommer 2015 bescherte Obst, Gemüse und Grillfleisch ein Saisonhoch. Bio bleibt ein Wachstumsmarkt, ebenso steigen die Anteile von Aktionen und Handelsmarken.

Die Umsätze mit Frischeprodukten exklusive Brot und Gebäck sind 2015 um 1,3 Prozent gestiegen, die eingekaufte Menge insgesamt konstant geblieben – trotz sinkender Einkaufsfrequenzen. Es landet also pro Supermarktbesuch mehr Menge im Wagerl. Ein kräftiges Umsatzplus gab es für Obst und Gemüse, hingegen wurden Fleisch sowie manche Milchprodukte im vergangenen Jahr weniger oft eingekauft „Das liegt sicher auch am extrem langen und heißen Sommer. Da wird einfach weniger gekocht“, analysiert die AMA-Marktforscherin Micaela Schantl.

Die durchschnittlichen Haushaltsausgaben für Frischeprodukte ohne Brot und Gebäck lagen 2015 bei 140 Euro pro Monat. Der wertmäßig größte Anteil entfällt auf Wurst und Schinken, gefolgt von Milch, Joghurt und Butter. Platz 3 nimmt die Warengruppe Fleisch inklusive Geflügel ein, zehn Prozent werden für Käse ausgegeben.

Die mengenmäßig stärksten RollAMA-Produkte sind Milch, Erdäpfel und Äpfel, die umsatzstärksten Schweine- und Rindfleisch sowie Schnittkäse und Schinken.

Heißer Sommer bedeutete wenig kochen



Der langanhaltende, heiße Sommer im vergangenen Jahr veränderte das Einkauf- und Essverhalten. Produkte, die klassisch zum Zubereiten warmer Speisen verwendet werden, wurden im dritten Quartal 2015 deutlich weniger gekauft, etwa Eier, Wurzelgemüse, Kartoffel oder Fleisch. Auch für Fertiggerichte war es vielen Konsumenten offenbar zu heiß. Absolute Hitzegewinner waren hingegen Eiskaffee oder erfrischende Produkte wie Frischkäse, Milchmischgetränke, Salate, Fruchtgemüse oder Melonen. „Und es wurde eindeutig mehr gegrillt. Der Absatz von Würstel und vorbereitetem, mariniertem Fleisch stieg in den Monaten Juli, August und September stärker an als im Jahr davor“, erläutert Schantl die Zahlen.

Aktionsanteil leicht steigend



Die heimischen Konsumenten nutzen die Angebote der Supermärkte. Knapp ein Viertel der Frischeprodukte wird gekauft, wenn es entsprechende Aktionen im Lebensmittelhandel gibt. Besonders hoch ist der Aktionsanteil bei Fleisch mit 35 Prozent. Herstellermarken haben es im Lebensmittelhandel immer schwerer. Der Anteil der Handelsmarken steigt weiter und macht 2015 bereits mehr als die Hälfte aus. Besonders hoch ist der Anteil bei Eiern mit 77 Prozent.

Die RollAMA ist die rollierende Agrarmarktanalyse der AMA-Marketing in Zusammenarbeit mit der GfK und KeyQUEST Marktforschung. Basis ist das GFK-Haushaltspanel. Dabei führen 2.800 österreichische Haushalte Aufzeichnungen über ihre Einkäufe im Lebensmitteleinzelhandel (inkl. Hofer und Lidl). Die RollAMA-Daten umfassen die Warengruppen Fleisch und Geflügel, Wurst, Milch und Milchprodukte, Käse, Obst, Gemüse, Erdäpfel, Eier, Tiefkühlprodukte, Fertiggerichte, aber nicht Brot und Gebäck.
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