RWA: Lagerhäuser entwickeln sich solide
 
RWA

Lagerhäuser entwickeln sich solide

Georges Schneider
RWA-Generaldirektor Reinhard Wolf
RWA-Generaldirektor Reinhard Wolf

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte der RWA-Konzern ein Umsatzplus von drei Prozent verbuchen.

Die RWA Raiffeisen Ware Austria erwirtschaftete im nun abgeschlossenen Geschäftsjahr 2019 einen Gesamtumsatz von 2,5 Milliarden Euro, was einem Plus von drei Prozent entspricht. Wachstum konnte in allen Geschäftsbereichen vermeldet werden. Die Lagerhäuser wachsen wie der Konzern um drei Prozent, insgesamt wurde ein Umsatz von 4,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.

RWA Konzern

Die von der RWA bedienten Geschäftsbereiche Agrar, Technik, Energie, Bau- und Gartentechnik und Baustoffe entwickelten sich nicht sehr dynamisch. Die Ernte im Vorjahr lag allerdings nach Jahren der Stagnation wieder im Durchschnitt, wodurch dieser Bereich sich durchaus positiv entwickeln konnte: In dem Segment wurde ein Plus von sieben Prozent auf 1,4 Milliarden Euro erzielt. Der Technikumsatz betrug 245 Millionen Euro, ein Zuwachs von 4,5 Prozent - Treiber war die gestiegene Nachfrage in einzelnen Maschinenbereichen und bei den Ersatzteilen. Während mit Bau- und Gartenprodukten 114 Millionen Euro (Plus 3,8 Prozent) gemacht wurden, konnte das Segment der Baustoffe um satte 18,8 Prozent zulegen, womit 31,4 Millionen Euro Umsatz gemacht wurde. Diese Steigerung führt der Konzern auf den Erwerb des Dachbegrünungs- & Gartenbauunternehmens "Citygreen" zurück. Einzig das Energie-Segment ist mit minus 4,3 Prozent rückläufig, hier wurden 751,1 Millionen Euro eingenommen. Grund für das Minus ist die geringe Nachfrage bei den Heizmaterialien und der Preisrutsch in dem Segment. In Sachanlagen wurden 49,3 Millionen Euro investiert, über 16 Millionen Euro mehr als noch 2018. Zu den nennenswerten Investitionen zählt eine Bio-Saatgutanlage.

Lagerhäuser

Der Agrarumsatz der Lagerhäuser steigt schwach um 0,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro, das Technikgeschäft wächst um 3,9 Prozent auf 754 Millionen Euro und bei den Baustoffen wurde mit (ebenfalls) 754 Millionen Euro ein Plus von 4,7 Prozent gemacht. Trotz der schwierigen Marktlage wurde mit Bau- und Gartenartikeln 598 Millionen eingenommen, ein Plus von drei Prozent. Das Energiegeschäft wächst um 2,9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Entwicklung

Durch die hohen Lagerbestände wurde die Liefersituation trotz Hamsterkäufe im Zuge der Coronakrise nicht negativ beeinflusst. RWA-Generaldirektor DI Reinhard Wolf dazu: "Durch die Stabilität der Genossenschaften sowie deren vorausschauende, großzügige Einlagerungspolitik besteht ein großes Vertrauen in die Lagerhäuser, deren Wert in Krisenzeiten nochmals deutlicher wird. Dadurch konnten wir in den letzten Wochen Panikkäufe im Agrarsektor weitgehend vermeiden, sich ergebende Lücken rasch schließen und für die Landwirte den Frühjahrsanbau sicherstellen. Aufgrund der stabilen Unternehmensstrukturen können und werden RWA und Lagerhäuser gemeinsam die Versorgung auch im weiteren Krisenverlauf bestmöglich sicherstellen."

Die Epidemie in Kombination mit den aktuell anhaltenden Trockenperioden lässt die RWA allerdings auf harte Zeiten einstimmen, denn durch geringere Erntemengen wird die Nachfrage der Landwirte im Technikbereich sinken. Das Bau- und Gartengeschäft wird durch den Shutdown auch empfindliche Umsatzeinbußen verbuchen müssen. Mit einer Normalisierung des Segments wird nicht vor 2021 gerechnet. Wegen dem durch die Quarantäne bedingten Fachkräftemangel im Bausegment - viele Arbeiter kommen aus Osteuropa nicht mehr nach Österreich - werden auch negative Auswirkungen auf den Baustoffbereich erwartet. Lediglich im Energiebereich werden positive Impulse erwartet: Durch den historischen Ölpreisverfall wird eine hohe Nachfrage antizipiert.
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