Charles Vögele: Sanierungsverfahren beantragt
 
Charles Vögele

Sanierungsverfahren beantragt

Charles Vögele Österreich
© Charles Vögele Österreich
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Der Textilhändler Charles Vögele hat ein gerichtliches Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Es ist in der zur Verfügung stehenden Frist bis Ende Juli nicht gelungen, einen Investor zu finden. 711 Mitarbeiter sind betroffen.

Charles Vögele wurde 1990 gegründet und betreibt derzeit 102 Filialen unter der gleichnamigen Marke sowie 13 OVS-Standorte. Das Vermögen zu Liquidationswerten beläuft sich laut Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform auf rund 28,4 Millionen Euro. Die gesamten Insolvenzpassiva dürften etwa 48,5 Millionen Euro betragen.

Unternehmen soll fortgeführt werden
Im Rahmen des Sanierungsverfahrens, von dem 711 Arbeitnehmer betroffen sind und dessen Beantragung - so Creditreform - auf Umsatzeinbrüche sowie die Insolvenz der schweizerischen Muttergesellschaft zurückzuführen ist, sollen die sehr weit fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Investorenlösung im Rahmen eines Share Deals weiter fortgesetzt werden. „Gegenüber der Zerschlagung des Unternehmens und Abgabe der Filialen an viele Einzelabnehmer, wie in den letzten Wochen immer wieder kolportiert, sehen wir im eingeleiteten Sanierungsverfahren die beste Chance zur Fortführung der Gesellschaft. Die bestmögliche Sicherung der Arbeitsplätze hatte nach dem extrem loyalen Verhalten der gesamten Belegschaft in den letzten Wochen trotz geschuldetem Urlaubsgeld höchste Priorität“, betont Thomas Krenn, Geschäftsführer Charles Vögele Austria. Den Gläubigern wird eine Quote von mindestens 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten.

Schwesterfirmen werden mitverhandelt
Teil der Verhandlungen sind auch die Schwesterfirmen in Slowenien (11 Filialen) und Ungarn (26 Filialen), die ebenfalls aus der CEE-Zentrale in Kalsdorf bei Graz geführt werden. Auch hier soll eine nachhaltige Lösung gefunden werden, um den Fortbestand sicherzustellen.
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