Prisma/GfK: Schlechte Stimmung bei Österreich...
 
Prisma/GfK

Schlechte Stimmung bei Österreichs Unternehmen

Eine aktuelle Studie von Prisma Kreditversicherung und GfK Austria vergleicht das Wirtschaftsklima Österreichs mit jenem der südlichen Nachbarländer (SEE-Länder).

Die Grundlage der Untersuchung sind 150 Unternehmen pro Land. In den SEE-Wirtschaftsindex fließen Einschätzungen zur aktuellen und künftigen Gesamtsituation sowie zu geplanten Export- und Investitionstätigkeiten ein – d.h. der Index gibt auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten Auskunft über das jeweilige Wirtschaftsklima im Land.

Die Studie zeigt vor allem die schlechte Stimmung bei den österreichischen Konzernen. 54 % der kleinen und mittleren Unternehmen unseres Landes sehen den kommenden zwölf Monaten (sehr) positiv entgegen. Bei den Konzernen haben nur 41 % eine positive Grundstimmung. Auffällig ist, dass sich in SEE das Bild gegenläufig darstellt.

Den Export betreffend hat sich gezeigt, dass nur 15 % der österreichischen Unternehmen planen, 2016 vermehrt zu exportieren. In Serbien sind es 36 %, in Bosnien-Herzegowina 24 %, in Slowenien 21 %, in Kroatien 6 %. Und was die Investitionen anbelangt, so belegt Österreich nur Rang drei hinter Serbien und Bosnien-Herzegowina. Hierzulande planen 25 % vermehrt zu investieren (Serbien: 39 %, Bosnien-Herzegowina: 35 %).

Bei der Zahlungsmoral schneidet Österreich besser ab als die SEE-Länder. In Österreich hatten zwar 45 % der Betriebe 2015 einen Zahlungsausfall zu verbuchen. In den anderen Ländern aber mussten zwischen 66 % (Slowenien) und 79 % (Bosnien-Herzegowina) der befragten Unternehmen mit dieser unangenehmen Situation fertig werden.

Das Studiendesign sah nach Angabe von Prisma so aus: Untersuchungszeitraum war Jänner 2016. Zielgruppe waren kleine und mittlere Unternehmen und Konzerne, die Business-to-Business arbeiten. Methode war CATI (Computer Assisted Telephone Interviewing). Pro Land wurden 150 Unternehmen befragt. Die Hälfte der Unternehmen waren KMU, die andere Hälfte Konzerne.

„Dieses unterdurchschnittliche Ergebnis zeigt, was ich in vielen Kundengesprächen erlebe.“, sagt Prisma-Markenvorstand Ludwig Mertes. „Der Reformstau in wichtigen Belangen der Politik schlägt auf die Stimmung in den Unternehmen durch. Es fehlen Schritte zur Verwaltungs- und Pensionsreform, Bildungssektor und Gesundheitsbereich kommen nicht vom Fleck. Gleichzeitig nehmen Bürokratie und Regulierung überhand. Vom neuen Arbeitszeitgesetz bis zu Basel III und Solvency II. Auch wir wissen oft nicht mehr, wie wir unsere Führungskräfte und Mitarbeiter motivieren sollen, mit all diesen Hürden umzugehen.“
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