Spar Steiermark und Südburgenland: Schneller ...
 
Spar Steiermark und Südburgenland

Schneller scannen, leichter heben

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Regionale, steirische Lieferanten konnten als Erste für die mehrfach angebrachten Strichcodes gewonnen werden. ® Spar
Regionale, steirische Lieferanten konnten als Erste für die mehrfach angebrachten Strichcodes gewonnen werden. ® Spar

Die Spar Steiermark und Südburgenland engagiert sich bei ihren Lieferanten dafür, die Strichcodes auf den Produkten mehrfach anzubringen. Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger körperliche Belastung für die Kassiererin, weniger Wartezeit für den Kunden und Einsparung von Arbeitszeit beim Kassieren.

ie Optimierung der Lager- und Belieferungslogistik war für die Spar Steiermark und Südburgendland in den letzten Jahren ein großes Thema. Vor rund einem Jahr ging man nun daran, sich verstärkt auch um die In-Store-Logistik zu kümmern. Konkret beschäftigt man sich seit Mai 2008 mit der Verbesserung des Check-out-Vorgangs. Damit es an der Kassa künftig schneller geht, setzt man sich dafür ein, den Strichcode auf den Produkten nicht nur einmal, sondern mehrfach anzubringen. Bei Großverpackungen fordert man unbedingt auch einen Strichcode am Packungsboden.

Weniger körperliche Belastung

„Wir wollen dadurch vor allem unsere Kassiererinnen entlasten, die täglich Hunderte bis Tausende von Kilos heben müssen", erklärt Erwin Schmuck, Geschäftsführer der Spar Steiermark und Südburgenland. „Wenn die Codes mehrfach an den Produkten angebracht sind, verringert sich der Hebeaufwand. Wir sagen, die Kassiererin kann die Ware dann über den Scanner ‚sliden‘ und damit ihre Gelenke schonen", so Schmuck. Auch die steirische Spar-Kauffrau Ursula Eybel pflichtet ihm bei: „Es ist für die Kassiererin eine merkbare Entlastung, wenn sie die Ware nur einmal angreifen und nicht umständlich hin und her drehen muss. Vor allem bei großen, sperrigen Produkten ist das ein Problem."

Die mehrfach angebrachten EAN-Codes – die seit dem heurigen Jahr übrigens GTIN-Codes (Global Trade Item Number) heißen – bringen aber nicht nur körperliche Erleichterung, sondern auch Zeitersparnis. Bei der Spar Steiermark rechnet man mit rund 25 Prozent Zeitersparnis, die für andere Tätigkeiten im Markt genutzt werden können. Die Kunden profitieren wiederum durch geringere Wartezeiten. Mehrere Strichcodes auf einem Produkt erleichtern aber auch das Self-Scanning für die Kunden, die sich naturgemäß nicht lange mit dem Scannen beschäftigen wollen.

Bei ihren Bestrebungen der EAN-Mehrfachauszeichnung startete man bei den Eigenprodukten, etwa den SB-Wurstwaren von Tann. Gleichzeitig wandte sich die Spar Steiermark an die regionalen Lieferanten. „Die Stainzer Milch, Desserta Milch, Peterquelle, die Rösselmühle und Farina-Mehl konnten wir für unser Vorhaben gewinnen", berichtet Einkaufsleiterin Monika Haas.

Vorbehalte der Industrie

Bei den Bestrebungen, die EAN-Mehrfachauszeichnung auszuweiten, stößt die Spar Steiermark aber nicht immer nur auf offene Türen bei der Industrie. Manche Markenartikler hegen die Befürchtung, dass ihre Produkte durch die mehrfachen Strichcodes zu billig wirken, ähnlich den Diskont-Waren, die schon länger auf die Mehrfachauszeichnung setzen. Zudem glauben sie, dass die optische Wirkung und Ansehnlichkeit der Produkte gestört werden. Weiters würde Platz für die Kommunikation von zentralen Markenbotschaften verloren gehen.

Geschäftsführer Erwin Schmuck kann diesen Argumenten wenig abgewinnen. Er sieht die Produktwirkung im Regal nicht beeinflusst, wenn zusätzliche Strichcodes etwa am Packungsboden oder an den Seitenteilen angebracht sind. „Mir ist schon klar, dass die Industrie dieses Thema nicht von sich alleine aufgreift. Wir Händler müssen deshalb initiativ werden, schließlich profitieren wir ja auch davon", so Schmuck. Er will daher auf alle Fälle sein Vorhaben fortführen, um auf möglichst vielen Produkten eine Mehrfachauszeichnung zu erwirken.

Erwin Schmuck, GF Spar Steiermark: „Wir Händler müssen bei der EAN-Mehrfachauszeichnung die Initiative ergreifen, schließlich profitieren wir auch davon.“
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Erwin Schmuck, GF Spar Steiermark: „Wir Händler müssen bei der EAN-Mehrfachauszeichnung die Initiative ergreifen, schließlich profitieren wir auch davon.“
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