Fipronil: Schulterschluss für Kennzeichnung v...
 
Fipronil

Schulterschluss für Kennzeichnung verarbeiteter Eier

Status quo in Österreich: Von 127 Proben, die die Ages bisher getestet hat, waren 21 mit Fipronil belastet. Nun wird der Ruf der Landwirtschaft nach einer verpflichtenden Kennzeichnung verarbeiteter Eier immer lauter.

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Mit 21. August 2017 waren 184 Proben bei der Ages (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH) zur Untersuchung auf Fipronil eingelagt. Bis zum heutigen Tag wurden laut Ages 127 Produkte von Frischeiern und eihaltigen Lebensmitteln aus dem Einzelhandel über Eiprodukte wie Vollei, Flüssigei, Eiweißpulver, Eidotterpulver, Konditoreiweiß, gekochte und geschälte Eier aus dem Großhandel untersucht. Dabei wurde in 21 Proben aus dem Großhandel Fipronil nachgewiesen. Die betroffenen Produkte stammten aus Kärnten (drei Proben - Eigelb, Eiweiß, Eiweißpulver), Niederösterreich (zwei Proben - Flüssiges Vollei, Frischeier), Oberösterreich (sechs Proben – Flüssigei, Eigelb Rührei), Salzburg (zwei Proben - Eigelb, Eier gekocht und geschält), Tirol (sechs Proben - Vollei, Eigelb, Rührei, pasteurisierte Schaleneier) und Wien (zwei Proben - Eigelb, Frischeier).

Allerdings gibt die Ages Entwarnung: Die in Österreich gemessenen Fipronil-Werte lagen zwischen 0,003 und 0,1 Milligramm pro Kilo und damit weit unter dem Wert von 1,2 Milligramm pro Kilo, der in Belgien gemessen wurde. Es bestünde keine Gesundheitsgefahr, „weder akut noch wenn belastete Produkte über einen längeren Zeitraum gegessen worden wären“. Die europäische gesetzliche Regelung erlaubt einen Fipronil-Rückstandhöchstgehalt von 0,005 Milligramm pro Kilo. Diesen hätten zehn Proben überschritten und müssten deshalb aus dem Verkehr genommen werden.


Forderung nach verpflichtender Kennzeichnung
Der Ruf nach einer verpflichtenden Kennzeichnung von Eiern auch in verarbeiteten Produkten wird deshalb immer lauter. Die Österreichische Landwirtschaftskammer, Tierschutzorganisation Vier Pfoten, Zentrale Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) und der Freilandeier-Vermarkter "Die Eiermacher“ fordern umgehend eine umfassende Kennzeichnung.

„Nur eine Kennzeichnung wie beim Frischei macht es Konsumenten möglich, künftig konsequent heimische Eier zu kaufen“, sagt Heli Dungler, Gründer und Präsident von Vier Pfoten. „Mit der derzeitigen Situation haben wir aber gleich drei Verlierer: zum ersten die österreichischen Landwirte, deren höherwertige Produkte von unkontrollierten Billigimporten aus Drittländern verdrängt werden. Zum zweiten die Konsumenten, die eine mindere Qualität vorgesetzt bekommen. Und zum dritten natürlich die Tiere, da eine billige Produktion immer mit Tierleid einhergeht“, glaubt Dungler. Auch LK Österreich- Generalsekretär Josef Plank fordert strenge Normen in der Tierhaltung und fordert gerade beim Außer-Haus-Verzehr, bei dem man keine Wahl hat, wie etwa in Krankenhäusern, Kasernen, Schulen und Altersheimen eine transparente Kennzeichnung der Herkunft von Fleisch und Eiern.

Dass eine Lösung gefunden werden muss, wissen auch Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter, die sich für eine verpflichtende Information über die Herkunft verarbeiteter Produkte auf EU-Ebene ausgesprochen haben.  

Für den 26. September hat EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis eine Krisensitzung einberufen, bei der vor allem Vertreter der betroffenen Länder zusammenkommen sollen. Wie eine Sprecherin ankündigte, sei das Ziel der Krisensitzung aus den derzeitigen Fällen Lehren zu ziehen und zu evaluieren, wie das EU-System für Lebensmittelsicherheit verbessert werden könnte.
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