Fischfang: Sinnlose Ausbeutung der Weltmeere
 
Fischfang

Sinnlose Ausbeutung der Weltmeere

Jason Rubens/WWF
 © Jason Rubens/WWF
© Jason Rubens/WWF

Vierzig Prozent des weltweiten Fischfangs werden weggeworfen - das entspricht einer Menge von mindestens 38 Millionen Tonnen Fisch pro Jahr, die nicht verwendet oder verarbeitet werden.

Zu diesem alarmierenden Ergebnis, das weit über den bisherigen weltweiten Schätzungen liegt, kam die aktuelle wissenschaftliche Studie "Defining and estimating global marine fisheries bycatch", die unter Mitwirkung des WWF durchgeführt wurde und auf Daten aus 46 Nationen beruht.

Der so genannte "Beifang", also jener Fisch, der neben dem eigentlichen "Zielfang" im Netz der Fischer landet, wird erst im Nachhinein ausselektiert und verletzt, sterbend oder tot wieder ins Meer zurückgeworfen. Auf diese Weise verenden auch Delfine, Wale und Schildkröten. Besonders dramatisch ist auch die Fischerei auf Haie, denen nur die Flossen abgeschnitten werden. Der Rest des Kadavers wird zurück ins Wasser geworfen. Dadurch werden 92 Prozent des eigentlichen Fangs wieder entsorgt.

Dass Fischfang auch schonend geschehen kann, bestätigt WWF-Meeresexperte Georg Scattolin: "Es gibt bereits simple, als wirksam erwiesene Methoden um sicherzustellen, dass alle Fischereiaktivitäten angemessen gehandhabt werden, um Beifang zu reduzieren, wie zum Beispiel eine selektivere Ausrüstung und Beobachter auf Fischerbooten. Allerdings müssen diese Methoden zur Regel, als Teil von langfristigem, nachhaltigem Management unserer Meere werden. Noch sind sie eine Ausnahme." Das MSC-Gütesiegel, das sich beim Einkauf auf den Produktverpackungen befindet, ist weltweit anerkannt und garantiert, dass Fisch nachhaltig gefischt wurde.

 © Quentin Bates/WWF
Quentin Bates/WWF
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