S+M Research: Frequenzrückgang im harten und ...
 
S+M Research

Frequenzrückgang im harten und weichen Lockdown

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Die Marktforscher von S+M Research zeigen anhand von vier Stores des Mobilfunkanbieters 3, wie unterschiedlich sich der harte und der weiche Lockdown auf die Kundenzahlen ausgewirkt haben.

Vier Standorte von 3 standen bei der Untersuchung im Mittelpunkt: Die Shops in Krems, Villach, Wien Kärntner Straße und Wien Mariahilfer Straße wurden zwischen den Kalenderwochen 47 und 51 auf Veränderungen in der Kundenfrequenz überprüft. Ziel der Analyse war es, herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen der Größe der Städte und dem zu erwartenden Ausbleiben der Kunden gibt. In den ersten drei untersuchten Wochen (17. November bis 6. Dezember) galt der harte Lockdown. Zu dieser Zeit kamen mindestens die Hälfte weniger Kunden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in die Shops: Krems hatte einen Rückgang von minus 48,6 Prozent in der KW 47. Den stärksten Rückgang gab es in der KW 48 in Wien Kärntner Straße, wo 84,1 Prozent weniger Kunden zugegen waren. Insgesamt waren die 3-Filialen in Wien während des harten Lockdowns stärker betroffen als jene in Krems und Villach. Die Schlussfolgerung von S+M Research: "Hier liegt der Schluss nahe, dass City-Bereiche, deren Frequenz primär aus der Shopping- und Tourismus-Funktion resultiert, stärker vom harten Lockdown betroffen sind als die Citybereiche kleinere Städte, die neben der Shopping-Frequenz auch von ergänzende Frequenzen profitieren. Darüber hinaus hat unser vorangegangener Research im April 2020 gezeigt, dass ein harter Lockdown durch die Bewegungseinschränkung der Konsumenten das Einzugsgebiet massiv verkleinert, ein besonders kritischer Aspekt bei Einkaufszielen mit bekanntermaßen großer Ausstrahlung und Reichweite. Kleineren Städte (wie Villach und Krems) profitieren im Gegenzug offenkundig durch ihre gute Funktionsdurchmischung im City-Kern, die Frequenz resultiert hier nicht nur aus Shoppern, sondern nährt und stabilisiert sich durch eine hohe Funktionsdurchmischung von Arbeiten, Wohnen, Ämter und Behörden", heißt es in der Analyse.

Die Lockerungen ab 6. Dezember brachten nur beim 3-Standort Wien Mariahilfer Straße eine deutliche Entspannung, hier verringerte sich das Minus von 68,2 Prozent (KW 49) auf 16,6 Prozent (KW 50). In Wien Kärntner Straße sank der Rückgang in diesem Zeitraum von genau 82 auf 46,1 Prozent, während sich die Lage in Krems von 50,8 auf 29,6 Prozent entspannte. In Villach hingegen gab es mit 57,3 zu 47,2 Prozent nur eine geringe Änderung. S+M Research dazu: "Die Lockerungsmaßnahmen haben der Mariahilfer Straße wieder einen Teil ihres großen Einzugsgebiets hergestellt, die Kärntner Straße leidet unter dem Ausbleiben des internationalen Städtetourismus. Die Citybereiche der kleineren Vergleichsstädte (Villach und Krems) konnten nur bedingt von den Lockerungen profitieren, dafür waren hier auch die ursprünglichen Frequenzeinbrüche nach dem harten Lockdown etwas geringer."

Eine direkte Auswirkung auf den Umsatz im vorweihnachtlichen Geschäft gibt es nur bedingt, wie die Untersuchung zeigt. Die Stadtmarketing-Manager von Villach und Krems berichten auf Anfrage von S+M Research, dass manche Händler trotz der geringeren Besucherfrequenz an manchen Tagen sogar den Umsatz des Vorjahres übertreffen konnten. Das ist ein Anzeichen dafür, dass Kunden weniger oft, dafür mehr gleichzeitig einkaufen. Außerdem mutmaßen die Marktforscher, dass das Fehlen der Christkindlmärkte und der Gastronomie für ein "konzentrierteres" Einkaufen gesorgt haben. Dennoch ist das Umsatzminus im Weihnachtsgeschäft branchenübergreifend bemerkbar - das geänderte Kundenverhalten legt jedoch nahe, dass sich die niedrigere Kundenfrequenz nicht linear zum Umsatzrückgang verhält.

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