Gütesiegel: Sowohl AK als auch vida unterstüt...
 
Gütesiegel

Sowohl AK als auch vida unterstützen Greenpeace-Forderung

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Der Greenpeace Gütesiegel-Report "Zeichen-Tricks"
Der Greenpeace Gütesiegel-Report "Zeichen-Tricks"

Die Forderung nach strengeren gesetzlichen Konsequenzen bei Mißbrauch von Gütezeichen findet auch bei Arbeiterkammer und Gewerkschaft vida große Unterstützung.

Berend Tusch, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Tourismus mit nachvollziehbarer Begründung: „Wir unterstützen das, weil es auch aus gesundheits-, beschäftigungs- und wettbewerbspolitischer Sicht von enormer Bedeutung ist, dass drin ist, was drauf steht.“

Auch seitens der Arbeiterkammer ist die Sachlage klar. Konsumentenschützer Heinz Schöffl: "Der Zeichen-Wirrwarr muss für die Konsumenten klarer werden." Daher fordert die AK mehr Transparenz und könnte sich ein Bewertungssystem für diverse Qualitätsmerkmale vorstellen, zu Herkunft, Gentechnikfreiheit, Tierhaltung & Co. Konsumenten würden dann auf einen Blick eine Übersicht haben.

Irreführung und Wettbewerbsnachteil
Greenpeace hat 26 der bekanntesten Gütesiegel unter die Lupe genommen und in einem umfassenden Gütesiegel-Report mit dem vielsagenden Titel "Zeichen-Tricks" zusammengefasst. Da sich rund ein Drittel der heimischen Gütesiegel als untauglich und irreführend herausstellte, fordert Greenpeace Konsequenzen seitens der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Vor allem was die damit verbundene Irreführung der Konsumenten betrifft, da einige der beanstandeten Gütezeichen die kolportierten strengen Vorgaben nicht einhalten. Bis dato leider ohne rechtlicher Konsequenzen, was sich - so Greenpeace - jedoch unbedingt ändern müsse. Dazu komme ein klarer Wettbewerbsnachteil für jene Hersteller, die nachhaltig, umweltschonend und gütesiegelkonform produzieren und deren Produkte somit von Haus aus teurer sind.

Das Ziel von Greenpeace ist, dass Gütezeichen, die der Umwelt mehr schaden als nutzen, vom Markt verschwinden. Wer mit einem Nachhaltigkeits-Zeichen werben will, sollte künftig ökologische Qualitäts- oder Produktionsstandards nachweisen, die deutlich über übliche Produktionsbedingungen oder gesetzliche Mindestanforderungen hinausgehen. Der Nutzen für die Nachhaltigkeit müsste durch unabhängige Stellen überprüft werden.

Nunu Kaller, Konsumentensprecherin Greenpeace CEE in Österreich, dazu: "Ein Gütezeichen, das keinen realen Mehrwert für etwa Umweltschutz, Tierschutz oder Gentechnikfreiheit bietet, ist eine Täuschung der Konsumentinnen und Konsumenten. Um diese vor Ökoschmähs zu schützen, braucht es klare rechtliche Rahmenbedingungen.“

MSC und RSPO am Pranger
Ein ganz besonders spitzer Dorn im Auge ist Greenpeace das Fisch-Siegel MSC und das Palmöl-Zertifikat RSPO. Kaller: "MSC landet beispielsweise auf Produkten von Konzernen, die zwar bereits Pläne für einen nachhaltigeren Fischfang erstellt, jedoch diese noch nicht umgesetzt haben. Und für Produkte, die RSPO-zertifiziert sind, werden Regenwälder niedergebrannt um Raum für Ölpalmen zu schaffen. All das geschieht unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit."

Bei Bio-Siegeln stimme die gesetzliche Grundlage, "denn", so Kaller, "bei Bioprodukten ist das anders. Diese dürfen erst dann als ‚Bio‘ verkauft werden, wenn der Bio-Betrieb bereits zwei Jahre erfolgreich nach Bio-Kriterien produziert“.

Das Veto seitens des Marine Stewardship Councils (MSC) ließ nicht lange auf sich warten. Dort zeigt man sich äußerst verwundert über die schlechte Einstufung seitens Greenpeace, obwohl man alle Greenpeace-Kriterien für glaubwürdige Siegel ausnahmslos erfülle. Sowohl die Welternährungsorganisation FAO wie auch die Dachorganisation ISEAL haben Kriterien für glaubwürdige Zertifizierungsprogramme definiert, die weit über die sechs Greenpeace-Anforderungen hinausgehen. Unabhängige, fundierte Analysen haben bestätigt, dass der MSC diese international anerkannten Kriterien sehr wohl erfülle.
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