WKÖ: Sozialpartner-Gespräche für neues Gehalt...
 
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Sozialpartner-Gespräche für neues Gehaltschema im Handel auf Eis gelegt

Wilke
Peter Buchmüller ©Wilke
Peter Buchmüller ©Wilke

Die WKÖ-Bundessparte Handel bedauert die vergebene Chance, überzogene Gehaltsforderungen der Gewerkschaft hätten eine Einigung verhindert, wie heute in einer Aussendung bekanntgegeben wurde.

Nahezu zwei Jahre lang haben die Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und die Gewerkschaft GPA-djp viel Zeit und Kraft in eine sinnvolle grundlegende Neugestaltung des Kollektivvertrages für Handelsangestellte investiert, heißt es da. Die gemeinsamen Ziele der Gespräche sind: Vereinheitlichung der Gehaltstafeln mit dem Ziel einer österreichweit gültigen Tafel für alle Handelsbranchen; Vereinfachung des bestehenden Beschäftigungsgruppenschemas; klare und unmissverständliche Formulierungen der jeweiligen Beschäftigungsgruppen.

Die daraus positiv resultierenden Effekte wären: mehr Gehalt insbesondere für junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; Erleichterungen bei der Beschäftigung von älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern; eine spezielle Förderung für Frauen, weil der Anteil an Mitarbeiterinnen im Handel sehr hoch ist (74 % im Einzelhandel); Anrechnung der Karenzzeiten für Mutterschaft (bis zu sieben Jahre); weniger Berufsjahressprünge, dafür schnellerer Anstieg der Gehälter; leistungsgerechtere Entlohnung durch Schaffung von drei (statt wie bisher zwei) Beschäftigungsgruppen, in die die überwiegende Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustufen ist. Das bedeutet mehr Gehalt für dieselbe Leistung.

Hinsichtlich des Gehalts (kollektivvertragliche Mindestgrundgehaltstafel) habe die Gewerkschaft den Handel jedoch mit zu hohen Forderungen konfrontiert. Stiege man ins neue System um, würden stets die höheren Gehälter für die Mitarbeiter zum Tragen kommen. Aufgrund der nach Ansicht der WKÖ unrealistisch hoch veranschlagten finanziellen Forderungen der Gewerkschaft führte das jedoch zu einem Anstieg der Gehälter von 4,8 bis 18 %. Schon eine einprozentige Gehaltssteigerung bedeutete heute schon – etwa für ein größeres Handelsunternehmen – Mehrausgaben in der Höhe von 20 Millionen Euro.

„Das rüttelt an der Existenzgrundlage vieler Handelsunternehmen, die in den nächsten Jahren die deutlichen Mehrkosten des neuen Gehaltsschemas zu tragen hätten“, warnt Peter Buchmüller, Obmann der Bundessparte Handel und Kollektivvertrags-Chefverhandler der Arbeitgeberseite im Handel. „Aber trotz dieser derzeit noch bestehenden Differenzen sind unsere Türen für weitere Gespräche mit unserem Sozialpartner-Vis-à-vis natürlich offen“, so Buchmüller.
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