Spar/Österreichischer Bauernbund: Bauernprote...
 
Spar/Österreichischer Bauernbund

Bauernproteste vor Spar-Zentralen und -Geschäften

Spar/PG Studios
Vor der Spar-Zentrale in Marchtrenk (OÖ) protestierten Bauern bereits am 18. Februar 2020 für höhere Erzeugerpreise.
Vor der Spar-Zentrale in Marchtrenk (OÖ) protestierten Bauern bereits am 18. Februar 2020 für höhere Erzeugerpreise.

Am Aschermittwoch, den 26. Februar 2020, ruft der Österreichische Bauernbund gezielt zu Protestaktionen gegen die Handelskette Spar auf, um für höhere Einstandspreise für bäuerliche Produzenten und Genossenschaften zu demonstrieren.

In Österreich und in Deutschland gibt es eine lange Tradition der mitunter etwas heftiger vorgetragenen politischen Statements am Aschermittwoch. Ein solches wird der Österreichische Bauernbund heuer vor Niederlassungen der Spar kundtun. Konkret ruft man am 26. Februar 2020 zu Protesten vor den Spar-Zentralen in St. Pölten, Wörgl und Maria Saal auf sowie vor Spar-Geschäften in der Steiermark und in Oberösterreich.

Der Konflikt um höhere Erzeugerpreise für die Landwirtschaft hat sich bereits seit mehreren Wochen verschärft, befeuert nicht zuletzt auch aufgrund der Landwirtschaftskammerwahlen am 16. Februar 2020 in Salzburg und am 1. März 2020 in Niederösterreich. Laut Österreichischer BauernZeitung kam es am 21. Februar 2020 zu einem Treffen von Bauernbund-Präsident Georg Strasser und Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger mit dem Spar-Vorstandsvorsitzenden Gerhard Drexel, das die beiden Erstgenannten als ernüchternd bezeichnen. Das Fass zum Überlaufen brachte schließlich ein Interview Drexels in der Tageszeitung "Die Presse" mit dem Titel "Die meisten Bauern sind dem Lebensmittelhandel dankbar". Strasser warf daraufhin Drexel vor, sich wie ein Feudalherr zu gebärden, der von den Bauern mehr Dankbarkeit einfordert.
Zudem betonte Strasser in der BauernZeitung, dass sich Spar im Gegensatz zu Rewe International und Hofer in den bisherigen Gesprächen mit den heimischen Molkereien wenig kooperativ gezeigt hat. "Wir bedauern, dass manche nicht bereit sind, unseren heimischen Landwirten ein faires Angebot zu unterbreiten. Aus diesem Grund sehen wir uns gezwungen, Protestmaßnahmen zu setzten", so Präsident Strasser und NÖ Bauernbund-Direktor Paul Nemecek in einer Aussendung.

Spar erklärt einen Tag vor den Protesten in einer Medieninformation vom 25. Februar 2020, dass man bereits heute freiwillige Zuschläge, besonders für bestimmte Qualitätsprodukte, wie zum Beispiel für Heumilch, für Wiesenmilch und Bio-Bergbauernmilch bezahlt. "Den von den Bauern immer wieder geforderten Österreichbonus gibt es also längst", so das Unternehmen. Zudem verweist man darauf, dass Spar seit 25 Jahren ausschließlich heimisches Frischfleisch mit AMA-Gütesiegel, zu 100 Prozent heimische Eier und zu 100 Prozent heimische Milch führt. "Ein derartig starkes Bekenntnis des Handels gegenüber den heimischen Bauern gibt es übrigens in ganz Europa nirgends in dieser Form", betont Spar.

Hier die (gekürzten) Forderungen des Bauernbunds:
1. Schluss mit ständigen Rabattschlachten bei Lebensmitteln und dem Preisdumping auf Kosten der Bäuerinnen und Bauern!
2. Schluss mit Konsumententäuschung! Aus für rot-weiß-rote Fähnchen und Logos auf Lebensmitteln aus dem Ausland.
3. Klimaschutz zum Nulltarif gibt es nicht! Österreichs Bäuerinnen und Bauern sind die ersten Betroffenen des Klimawandels und gleichzeitig Teil der Lösung zu dessen Bekämpfung.
4. "Österreichbonus" für hierzulande produzierte Lebensmittel! Mehr Wertschätzung für Österreichs Vorreiterrolle beim Umwelt- und Tierschutz durch eine faire Preisgestaltung.
5. Ein klares Bekenntnis des Lebensmittelhandels zur Umsetzung einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung!
6. Rasche Einführung einer unabhängigen Ombudsmann-Stelle gegen unfaire Geschäftspraktiken!
7. Mehr Markt- und Preistransparenz auf den Lebensmittelmärkten! Zur Stärkung der Verhandlungsposition der heimischen Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft.

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