Dayli: Spielgeld für Deutschland
 
Dayli

Spielgeld für Deutschland

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Dr. Rudolf Haberleitner (Foto: peter.svec@pixXL.at)
Dr. Rudolf Haberleitner (Foto: peter.svec@pixXL.at)

Mit dem Beteiligungsgeld des Glücksspielkonzerns Novomatic kann nun Dayli-Chef Dr. Rudolf Haberleitner seine Expansion nach Deutschland früher realisieren als ursprünglich geplant.

Als in der dritten November-Woche die 50 Prozent-Beteiligung von Novomatic an die Öffentlichkeit drang, war klar, dass es nicht nur um Expansion ginge, sondern auch darum, das Standing von Dayli bei den Lieferanten in Sachen Zahlungsziel usw. zu heben bzw. das doch etwas in Zeitverzug geratene Umbranden der 900 Österreich-Filialen wieder frisch zu pushen. Haberleitner im CASH-Gespräch: „Die Eigenmittel von Novomatic stärken die Bonität von Dayli, tragen zur rascheren Umsetzung unseres Konzeptes bei und machen so auch die Expansion nach Deutschland früher möglich als geplant.“

Konkret hiesse das, dass man - zumindest in Bayern - kurz vor dem Abschluss stünde. Haberleitner dazu: „Wir haben uns viele Filialen bereits durch Legung unseres Angebots gesichert, werden aber nicht vor Frühjahr 2013 den ersten Concept Store in Deutschland eröffnen und erst nach Erfahrungen mit diesem mit dem Roll out beginnen. Gerade in Deutschland bedarf es – nach dem Niedergang Schleckers - einer äußerst gründlichen Marktforschung und Vorbereitung, um erfolgreich zu sein.“

Allen Unkenrufen zum Trotz treibt Haberleitner die Umstellung vom reinen Drogerie-Diskonter, wie es Schlecker war, zum alles anbietenden Nahversorger voran. Haberleitner zum Thema Frischeprodukte und Dienstleistungen: „Frischeprodukte werden mit Eröffnung jedes neuen Shops bereits vorhanden sein, Lebensmittel sind bereits überall eingepflegt, Postdienste gibt es bereits in mehreren Filialen, alle anderen Dienstleistungen, so auch Putzereiannahmen , Mietautos etc. werden Schritt für Schritt etabliert.“

Auch personell soll sich in nächster Zeit einiges bewegen. Der bereits seit längerem angekündigte CFO soll im Jänner 2013 kommen.“Und“, so Haberleitner, „von Rewe werden weitere Mitarbeiter des Managements, nach der Nachhaltigkeitsbeauftragten bei Ja! Natürlich, Barbara Eichinger, bei uns ab 2013 einsteigen“.

Haberleitners Pläne weitere Handelsketten wie zum Beispiel Teile von Zielpunkt zu übernehmen, sind durch den überraschenden Anteilsverkauf von Mehrheitseigentümer Jan Satek etwas durcheinandergeraten. Haberleitner: „Ich kann die Situation derzeit nicht wirklich beurteilen, da ich die Pläne der Pfeiffer-Gruppe, die ja das Sagen hat, nicht kenne. Unser Interesse ist aber nach wie vor aufrecht, wenn es auch nicht die Übernahme der Firma ist, sondern nur mehr einzelne Filialen übernommen werden können.“

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