Uplace: Stadt der Erlebnisse
 
Uplace

Stadt der Erlebnisse

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Das erste Uplace-Projekt soll 2012 in Brüssel fertiggestellt sein. ® Uplace
Das erste Uplace-Projekt soll 2012 in Brüssel fertiggestellt sein. ® Uplace

Das Uplace-Konzept will Erlebnisorte schaffen, an denen Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Erholen nahtlos ineinander übergehen. In zwölf europäischen Städten – darunter auch in Wien – wollen belgische Entwickler ein derartiges Immobilienprojekt realiseren.

Eintönige Wohnsilos, großflächige Office-Parks und alleinstehende Shoppingcenter auf weiter Flur – das war gestern, sind die Macher von Uplace überzeugt. Ihr Immobilienkonzept zielt vielmehr auf eine durchdachte
Mischung verschiedener Nutzungsformen ab. Das Stadtentwicklungskonzept Uplace will aus Wohnungen, Büros, Geschäften, Sporteinrichtungen, Spielplätzen, Wellnesscentern, Museen, Hotels usw. „Erlebnisorte" schaffen. Damit möchte man auf zwei Schlüsseltrends, die derzeit die westliche Gesellschaft dominieren, eine Antwort geben: erhöhten Zeitdruck und die Bedeutung von Erlebnissen.
„Es ist eine wahre Herausforderung geworden, alle zu erledigende Aufgaben unter einen Hut zu bringen. Das Bedürfnis, gute Eltern, Partner und Berufstätige zu sein, sowie gleichzeitig Zeit für Sport, kulturelle Tätigkeiten und Freunde zu finden, macht ein sehr gutes Zeitmanagement erforderlich. Zugleich suchen Verbraucher Überraschungen und Aha-Erlebnisse. Wir bieten dies alles kompakt an einem Ort", zeigt sich Uplace-Gründer Bart Verhaeghe vom Erfolg seines Projekts überzeugt.

Shopping mit dem
extra Erlebnisfaktor


Der Erlebnischarakter ist vor allem im Shoppingbereich der dominierende Gestaltungsgedanke. Erreicht werden soll dies durch neuartige Shoppingkonzepte, die es in bestehenden Einkaufszentren noch nicht gibt. Gleichzeitig will man sich dadurch von der Konkurrenz differenzieren. Die heißesten Trends aus der ganzen Welt, doch stets auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmt – so lautet das Ziel.
Besonders großgeschrieben wird bei Uplace das Service-Erlebnis für den Kunden. Es soll sich von erstklassigen Informationsmöglichkeiten (Website, Touch Screens, personalisierte Werbung, etc.) bis zum persönlichen Shopping Coach erstrecken. Ebenfalls fix vorgesehen: Shopping-Erlebnisse durch aktive Besucherbeteiligung, etwa bei der Gestaltung von individuellen Produkten (Schuhe, Bekleidung etc.).
„Eine von uns in Auftrag gegebene Studie mit mehr als 1.600 europäischen Konsumenten hat gezeigt, dass die Suche nach bereichernden Erlebnissen den funktionellen Materialismus abgelöst hat. Menschen zahlen heute dafür, etwas zu tun und nicht, um etwas zu haben, da sie sich nach einzigartigen und denkwürdigen Erlebnissen sehnen", meint Uplace-CEO Jan Van Lancker. Dementsprechend wird es in den nächsten Jahren große Verschiebungen in der Art und Weise geben, wie Menschen ihr Geld ausgeben. Van Lancker zitiert eine Eurostat-Untersuchung, der zufolge die Ausgaben für erlebnisorientierte Tätigkeiten einschließlich Erlebnisshopping in den nächsten sieben Jahren um 44 Prozent steigen sollen.

Immobilien als Marketing-Tools

Laut Meinung der Uplace-Macher verändert sich aber nicht nur das Konsum-, sondern auch das Medienverhalten. Wie das Beratungsunternehmen McKinsey in einer Analyse errechnet hat, wird Massenmedienmarketing bis zum Jahr 2010 mehr als 60 Prozent seines Einflusses im Vergleich zu 1990 verloren haben. Gleichzeitig glaubt man bei Uplace, dass sich der Marketingschwerpunkt von Fernsehen, Radio und Zeitung hin zur Immobilie verschiebt. „Das Geschäft wird ein immer wichtigeres Medium, um eine neue Generation anspruchsvoller Konsumenten zu erreichen und eine langfristige Beziehung zu ihnen aufzubauen. In einem Erlebnisladen können Kunden riechen, kosten, sehen und anfassen. Das bietet der Marke die Möglichkeit, sich selbst hervorzuheben", so Uplace-CEO Van Lancker.

Uplace in Wien fix

Nach zwei Jahren Forschung, Planung und ausführlichen Gesprächen mit lokalen Behörden und Partnern aus mehr als 60 europäischen Städten wurden nun folgende zwölf Städte in die engere Wahl der nächsten Projektstufe genommen: Berlin, Bonn, Brüssel, Kopenhagen, Genf, Lyon, Madrid, Mailand, München, Paris, Stockholm und Wien. In Wien fokussiert man momentan auf drei Standorte sowohl nördlich als auch südlich des Stadtzentrums. Ende des ersten Quartals 2009 will man die definitive Standortentscheidung treffen. „Für unsere Entscheidung, in Wien ein Projekt zu starten, waren vor allem zwei Gründe ausschlaggebend: Zum einen die hohe Lebensqualität der Stadt und zum anderen die zentraleuropäische Lage bzw. die Nähe zu Bratislava", erklärt Hendrik Winkelmans, Chief Strategy Officer bei Uplace.

Projektstart in Brüssel

Am weitesten fortgeschritten sind derzeit die Planungsarbeiten für das erste Uplace-Projekt in Machelen, am Nordrand der belgischen Hauptstadt Brüssel. Der Spatenstich des 600-Millionen-Euro-Bauvorhabens ist für Ende 2010 vorgesehen. 2012 soll die neue „Stadt in der Stadt", in der insgesamt 3000 Arbeitsplätze entstehen, eröffnet werden. Die Grundfläche von 190.000 Quadratmetern wird dabei aufgeteilt in 25 Prozent Bürofläche, 25 Prozent öffentliche Fläche und Grünanlagen, 25 Prozent Erlebnisshopping, 15 Prozent Unterhaltung und Kultur sowie zehn Prozent Hotelraum. Der Branchenmix im Shoppingbereich soll folgendermaßen ausfallen: 49 Prozent Mode, 22,1 Prozent Freizeitbedarf, 10,3 Prozent Einrichtungsgegenstände, 7,9 Prozent Nahrungsmittel, 6,8 Prozent Gesundheit & Schönheit sowie 3,9 Prozent anderes.

Keine Auswirkung
der Finanzkrise


Aufgrund des klaren Geschäftsmodells sieht sich Uplace derzeit nicht von der Finanzmarktkrise betroffen. „Wir können auch in schwierigen Zeiten unsere Finanzierungen aufstellen, weil wir stets unterschriebene Verträge mit Mietern haben, bevor wir mit einem Projekt starten", betont Uplace-Gründer Bert Verhaeghe.
Und Chief Strategy Officer Hendrik Winkelmans ergänzt: „Für uns ist die Kreditkrise sogar eher ein Segen als ein Fluch. Schließlich ergeben sich neue Chancen für uns, wenn die Mitbewerber weniger werden und die Grundstückspreise sich wieder normalisieren."

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