Hans Mörwald und Friedhelm Dold/Hofer: Stetig...
 
Hans Mörwald und Friedhelm Dold/Hofer

Stetig nach oben

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Die seit Herbst amtierende Hofer-Spitze, Hans Mörwald und Friedhelm Dold, bleibt dabei: knallharte Kalkulationen, harte Diskontpreise und trendige Sortimente mischen den Markt auf.

Dem seit Oktober des Vorjahres amtierenden Führungsduo von Hofer kann keiner ein X vor ein U vormachen: Friedhelm Dold ist seit 30, Hans Mörwald seit 20 Jahren im Konzern. Dass beide nicht einen Millimeter vom Diskontkonzept abrücken, ist somit glasklar. Und dass beide den Ausbau neuer Geschäftsfelder ebenso im Auge haben, auch. „Doch der Fokus liegt ganz eindeutig auf Lebensmitteln", stellt Generaldirektor Friedhelm Dold im CASH-Gespräch fest.

Neues kommt und geht

Daran ändert auch der Verkauf von PCs bis Anglerleinen nichts, und auch nicht die mit großem Werbedruck eingeführte Designer-Modekollektion Lineight. „Wir werden uns weder der Mode zuwenden, noch ist vorerst angedacht, diese Aktion im nächsten Jahr zu wiederholen", hält Generaldirektor Hans Mörwald fest. Es sei eine einmalige Geschäftsidee – und das in jeder Hinsicht. Denn einer der Beweggründe, sich als Diskonter mit Designermode zu beschäftigen, war ein durchaus schlauer. „Wir wollten mit dieser Idee junge Menschen ansprechen, die wir mit unserem attraktiven Mischsortiment bisher noch nicht erreicht haben", führt Friedhelm Dold aus. Und das, zeige sein Blick auf die Verkaufszahlen, sei exakt nach Plan gelungen. Und so kann er auch nicht nachvollziehen, wenn einige Mitbewerber von einem Flop sprechen. Hingegen rollt die zweite Lineight-Welle pünktlich wie angekündigt ab 8. Mai.

Dass für Hofer so wie für den gesamten Lebensmittelhandel die Kaufkraft und die Kauflust der Menschen angesichts der Wirtschaftskrise enden wollend ist, ist kein Geheimnis. „Auch wir spüren, dass die Leute preisbewusster einkaufen", so Dold. Doch mit dem Diskonterkonzept in der Tasche, das Hofer nach wie vor zum beliebtesten Diskonter und zum drittgrößten Lebensmittelhändler in Österreich macht, ist das Führungsduo Mörwald und Dold für die Zukunft gut gerüstet. „Bei vergleichbarer Qualität haben wir den besten Preis, wir sind ein Nahversorger mit einem attraktiven Sortiment, mit einem ausgezeichneten Obst- und Gemüseangebot, wir setzen auf österreichische Produkte. All diese Vorteile für einen Einkauf kennen und schätzen die Kunden", zeigt Hans Mörwald einen Eckpfeiler des Erfolgs auf sowie:„Das alles bringt uns sehr viel Vertrauen, und das werden wir auch für uns bestmöglich nützen."

Hofer will mehr Kunden

Damit einhergehende Ziele klingen jedoch trotz Vertrauensguthaben ausgesprochen ambitioniert. Friedhelm Dold: „Neun von zehn Österreichern kaufen bei uns ein. Aber wir wollen, dass zehn von zehn bei uns einkaufen." Hans Mörwald: „Wir wissen aber natürlich, dass es immer schwierig ist, auch den letzten Kunden zu gewinnen." So müssen die Filialen nicht nur vor Sauberkeit glänzen, sondern mit Angeboten, die die Verbraucher anziehen.

Umsatzmäßig betrachtet ist das Hofer jedenfalls auch im Vorjahr wieder gelungen. Geheimnisvoll wie immer kommentieren die Hofer-Bosse den mit 3,3 Milliarden Euro auf der Gerüchtebörse notierten Umsatz zwar nicht, die Höhe dürfte aber passen. Hingegen halten Mörwald und Dold gerne fest, dass auch heuer wieder Wachstum angesagt ist. „Das wird eher aus der bestehenden Fläche kommen", schildert Dold, „denn die reine Flächenexpansion wird geringfügig ausfallen."

Mit rund 420 Läden durchquert Hofer ganz Österreich. Wie viele heuer noch dazu kommen sollen, lässt Dold offen. Zur Eigenexpansion gibt er nur so viel preis: „Wir sind mit der Planung schon sehr weit fortgeschritten."

Loyale Mitarbeiter

Dass der Erfolg eines Unternehmens maßgeblich von den Mitarbeitern beeinflusst wird, gilt auch für den Diskonter.

Hofer hat in den letzten Jahren in die Aus- und Weiterbildung sowie in Schulungsmaßnahmen mehr als je zuvor investiert, wird daran auch weiterhin festhalten und profitiert vom gestiegenen Bildungsniveau der Mitarbeiter in mehrfacher Weise. „Die Fluktuation hat sich deutlich reduziert. Die Mitarbeiter verbleiben gerne bei uns, weil sie ihre Karrierechancen sehen und außerdem wissen, dass wir ein krisensicheres Unternehmen sind", freut sich Hans Mörwald. Und dass gut ausgebildete sowie freundliche Mitarbeiter am POS auf die Kunden einladend wirken, das hat auch für Hofer seine Richtigkeit.

Dies ist mit ein Grund, warum man auch heute die Schulung zukünftiger Führungskräfte lieber in der eigenen Kaderschmiede übernimmt. „Management in all seinen Facetten war schon immer ein ganz wichtiges Thema bei uns", sagt Dold, der zugleich bedauert, „dass es uns leider nicht gelungen ist, alle Lehrstellenplätze, die wir angeboten haben, auch wirklich besetzen zu können."

Ansturm der Lieferanten

Um so erfreulicher für das Hofer-Management ist hingegen der Zulauf der Lieferanten, den der Diskonter verzeichnet. Dies hängt mit der Expansion in der Schweiz (bis Jahresende soll es 130 Filialen geben), in Ungarn und in Slowenien (jeweils aktuell 50 Filialen) sowie in Griechenland (aktuell 24 Filialen) zusammen. „Aber wir sind nicht nur offen für neue Lieferanten für das Ausland, sondern auch für Österreich", deponiert Mörwald. Stolz ist das Hofer-Führungsduo außerdem darauf, „dass wir langjährige Beziehungen mit unseren Lieferanten haben". Sie glauben mit uns an den Erfolg." Die partnerschaftliche Zusammenarbeit, die man durchaus als hart, aber herzlich bezeichnen kann, dürfte sich also nicht nur herumsprechen, sondern sich auch für beide Seiten auszahlen.

Kontraproduktiv wie die meisten Lebensmittelhändler sieht die Hofer-Spitze hingegen jene Preisvergleiche, mit denen die Arbeiterkammer die Bevölkerung für die niedrigen Preise in Deutschland sensibilisiert. Generaldirektor Friedhelm Dold findet es schade, dass mit unqualifizierten Ergebnissen Stimmung gegen Hersteller und Händler gemacht wird. Im Falle der Milch sogar gleich gegen drei Betroffene, nämlich die Bauern, die Molkereien und den Lebensmittelhandel. „Österreich kann man nicht mit dem Industrieland Deutschland vergleichen. Es ist doch unbestritten, dass wir kleinräumigere Strukturen haben, andere Entstehungs- und Logistikkosten und darüber hinaus vergleicht man dann noch Produkte, die unterschiedliche Rezepturen haben", ist Dold verärgert.

Stolz auf den
Feinkostladen Österreich


Das schmerzt auch Generaldirektor Hans Mörwald: „Wir sind auf den Feinkostladen Österreich sehr stolz. Die Händler und die Industrie machen viele Anstrengungen, dass es diesen Feinkostladen gibt. Das darf man doch nicht kaputt machen."

Hofer setzt konsequent
auf Qualität


In diesem Sinne geht Hofer den Weg in Richtung Qualität bei Frische, bei Convenience und zu guter Letzt bei der Bio-Linie „Zurück zum Ursprung" konsequent weiter: Mit der Umstellung der Milch auf Bio aus dieser Range mit 1. Juli ist Hofer dann komplett auf den Bio-Zug aufgesprungen.

Dass Hofer übrigens auch in Sachen Nachhaltigkeit vorbildlich agiert, zeigt dessen „Carbon Foodprint", der ihn europaweit als die Nummer eins ausweist.

420 Hofer-Läden quer durch ganz Österreich bringen es auf einen Umsatz von geschätzten 3,3 Milliarden Euro.
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420 Hofer-Läden quer durch ganz Österreich bringen es auf einen Umsatz von geschätzten 3,3 Milliarden Euro.


Mit der Desinger-Modekollektion will man neue Kunden ansprechen, insbesondere junge Menschen.
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Mit der Desinger-Modekollektion will man neue Kunden ansprechen, insbesondere junge Menschen.
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