Studie: Geändertes Konsumverhalten á la Coron...
 
Studie

Geändertes Konsumverhalten á la Corona

Laura Chouette / unsplash.com

Die Pandemie hat nicht nur die Weltwirtschaft auf den Kopf gestellt, auch das Verhalten der Verbraucher hat sich nachhaltig verändert. Unternehmensberater Roland Berger hat das in mehreren Städten untersucht, und rät zur Neuaufstellung der Geschäftsmodelle.

Covid-19 hat drastische Auswirkungen auf unsere Art zu leben, zu arbeiten, miteinander zu interagieren und einzukaufen. In Pandemiezeiten geben die Verbraucher ihr Geld sehr viel bewusster aus; Nachhaltigkeit und ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis werden immer wichtiger. Allerdings geht es nicht nur darum, was wir kaufen, sondern auch wie wir das tun. Durch die intensivere Online-Vernetzung und -Kommunikation hat sich die Interaktion der Verbraucher mit Marken und Produkten über den gesamten Verkaufstrichter hinweg stark verändert. Der E-Commerce erlebt einen regelrechten Boom, und Online-Einkäufe werden überwiegend am Smartphone erledigt.

Wie lange dauert das und was kann der Handel tun?

In einer Studie mit dem internationalen Marktforschungsunternehmen Potloc wollte das Unternehmensberatungsunternehmen Roland Berger von Konsumenten rund um den Globus wissen, wie Covid-19 ihr Kaufverhalten verändert hat. Indem sie die Antworten mit Daten von Salesforce kombinierten, konnte Roland Berger die Konsequenzen ermitteln, die diese Veränderung für Marken, Einzelhändler und deren D2C-Initiativen hat. Die genauen Ergebnisse wurden in einer Studie veröffentlicht, die man online kostenlos bestellen kann. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass etwas mehr als ein Drittel der Befragten angibt, infolge von Corona bewusster zu shoppen. Fast die Hälfte achtet mehr auf Qualität und Haltbarkeit als noch vor der Pandemie, während 29 Prozent mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen. Marken werden insgesamt stärker an ihrem gesellschaftlichen Nutzen gemessen. Sie sollten darauf mit einer zielgerichteten Strategie und einer stärkeren Fokussierung auf inspirierendes Storytelling reagieren. 68 Prozent der Konsumenten würden nicht mehr bei Unternehmen kaufen, die sich ethisch nicht korrekt verhalten oder zu wenig engagieren, von Marken wird immer mehr erwartet.

Mobile- und Social-Kanäle profitieren von der Krise

Die vermehrten Online-Einkäufe werden zunehmend am Smartphone getätigt. Noch vor kurzem dienten Smartphones lediglich dazu, das Internet nach interessanten Angeboten zu durchstöbern. Der eigentliche Kauf, speziell von teureren Artikeln, erfolgte über andere Kanäle. Corona hat dies geändert: So legte der weltweite mobile Datenverkehr im zweiten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr um 46 Prozent zu. Zugleich wurden 12,5 Prozent mehr Bestellungen über das Smartphone getätigt, so dass der Anteil am Gesamt-Bestellvolumen nun bei 54 Prozent liegt, wie die Studienergebnisse zeigen. Um von dieser Entwicklung zu profitieren und das D2C-Geschäft anzukurbeln, müssen die Unternehmen ihre Medienbudgets und Marken-Storys anpassen und verstärkt auf soziale Medien ausrichten, so die Autoren der Studie.

Was und wo wird gekauft?

In einer Zeit, in der die Verbraucher weltweit ihr Geld zusammenhalten, erklären 79 Prozent, dass sie in 2020 ihre Ausgaben reduziert haben. Auch wenn dieser Wert für 2021 auf 54 Prozent sinkt, ist klar: Die Verbraucher bleiben zurückhaltend. Dies zeigt sich auch bei der Wahl der gekauften Waren. Lebensmittel, Bekleidung und Hygieneprodukte stehen ganz oben auf der Einkaufsliste, während nicht essentielle Luxusartikel in den Hintergrund treten.

Wenig überraschend hat der E-Commerce durch die Pandemie zusätzlichen Auftrieb erhalten: 42 Prozent der Befragten haben häufiger als früher online eingekauft. Dieser Trend beschleunigt die Entwicklung hin zu neuen Nutzungskonzepten der klassischen Ladengeschäfte. Die Kombination aus Online-Kauf und Abholung in der Filiale erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Fast ein Viertel der befragten Verbraucher nutzt diese Variante häufiger als vor der Pandemie. Die Umwidmung von nicht genutzten Lagerflächen zu Fulfilment Centern könnte ebenfalls attraktiv sein, insbesondere während des umsatzstarken Weihnachtsgeschäfts.

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