VKI: Studie über Nachhaltigkeitslabels veröff...
 
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Studie über Nachhaltigkeitslabels veröffentlicht

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Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat mit finanzieller Unterstützung vom Lebensministerium gemeinsam mit der Forschungsstelle Wirtschaftsethik der Uni Graz eine Studie zu 24 verschiedenen Nachhaltigkeitsmarken des Handels veröffentlicht.

Dabei wurden Labels aus vier Kategorien - biologische Lebensmittel, herkunftsgesicherte Lebensmittel, fleischlose Lebensmittel und umweltfreundliche Wasch- und Reinigungsmittel - auf folgende Kriterien überprüft: Anspruch: Geht dieser über die Mindeststandards bestehender Gütesiegel hinaus?, Externe Kontrolle: Existiert eine Prüfung durch unabhängige Prüfstellen?, Transparenz: Sind die Werbeaussagen nachvollziehbar? und Weiterentwicklung: Gibt es Konzepte, wie sich die Marke weiterentwickeln soll?

Da der Drogeriefachhändler Müller, sowie Pfeiffer und Zielpunkt keine Informationen über ihre Marken liefern wollten, wurden sie aus dem Test herausgenommen, daher haben letztlich sieben Handelsfirmen mitgemacht. Fast alle Handelsmarken haben gut abgeschnitten -  beispielsweise bieten die Eigenmarken von MPreis in Tirol und die von Sutterlüty in Vorarlberg einen deutlichen Mehrwert, was  natürlich durch die Lage und Auswahl der regionalen Produkte begünstigt wird.

"Gütesiegel sollen Konsumenten eine Entscheidungshilfe sein, so die Theorie. In Österreich haben wir aber die paradoxe Situation, dass es mittlerweile mehr als 100 verschiedene Auslobungen im Lebensmittelbereich gibt, aber kein Gütezeichengesetz, das die Vielzahl an privaten Labels kontrolliert. Woran soll sich der Konsument da noch zuverlässig orieniteren?", kritisiert Franz Floss, VKI-Geschäftsführer.

"Zusammenfassend gilt, dass zumindest einige der Marken der großen Handelsketten strenger und umfassender als unabhängige oder staatliche Prüfsiegel gestaltet sind. Die Mehrheit der geprüften Marken bietet jedoch kaum einen oder keinen Mehrwert", resümiert VKI-Ethikexperte Peter Blazek. „Problematisch ist auch, dass einige Handelskonzerne mit einer Nachhaltigkeits-Marke oft nicht zufrieden sind und für jeden Bereich zwei oder mehr Nebenmarken schaffen, wie etwa Hofer, Rewe oder Spar. Hier wäre in unseren Augen weniger mehr. Wenn schon ein eigens kreiertes Gütesiegel, dann eines, das Hand und Fuß hat und nicht viele, die keinen erkennbaren Mehrwert schaffen.“

Die detaillierten Bewertungen finden sich auf: www.konsument.at bzw. in der Dezember-Ausgabe des Konsument.
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