Lebensmitteleinzelhandel: Supermärkte wachsen...
 
Lebensmitteleinzelhandel

Supermärkte wachsen, Diskonter stagnieren

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Real betrachtet hat der österreichische Lebensmittelhandel im Jahr 2010 stagniert© Foto: Archiv
Real betrachtet hat der österreichische Lebensmittelhandel im Jahr 2010 stagniert© Foto: Archiv

Real betrachtet hat der österreichische Lebensmittelhandel im Jahr 2010 stagniert. Die Gesamtumsätze sind nominell um 1,9 Prozent und damit nur mit der Inflation gestiegen.

In Summe betrachtet hat der österreichische Lebensmitteleinzelhandel im Jahr 2010 stagniert. Mit einem Gesamtumsatzplus von lediglich 1,9 Prozent konnte die Branche nur mehr mit der Inflation wachsen. Hauptgrund für diese Stagnation sind die Diskonter. Während Supermärkte um 2,3 Prozent zulegen konnten, sind Diskonter um nur magere 0,9 Prozent und damit unter der Inflation gewachsen. Durch den Ausbau von preisgünstigen Eigenmarken bedienen die klassischen Supermärkte immer besser auch die diskontaffinen Konsumenten. Auch die gesamte Verkaufsfläche der Branche stagniert seit Jahren bei rund 3 Millionen Quadratmetern, die Outletanzahl geht seit einiger Zeit leicht, aber kontinuierlich zurück. Aktuell gibt es in Österreich rund 6.000 Lebensmittelgeschäfte. Die Branche wird klar vom filialisierten und organisierten Handel dominiert, die Verkaufsfläche der in keiner Form organisierten Einzelkämpfer beläuft sich auf lediglich rund 50.000 Quadratmetern. Nach Marktanteilen betrachtet kommt der filialisierte und organisierte Lebensmittelhandel auf rund 97 Prozent. „Die Marktkonzentration und der Konkurrenzkampf sind in der Lebensmittelbranche sehr stark“, betont DI Michael Oberweger, Leiter Cosulting bei RegioPlan. „Wer noch wachsen will, muss sich über neue Formate Gedanken machen und auf Optimierungen setzen.“

Neue Konzepte sind gefragt



So werden seit einiger Zeit neue Konzepte in der Lebensmittelbranche ausprobiert. Während in urbanenen Gegenden auf Convenience to go gesetzt wird, gibt es in ländlichen Regionen Drive-In Supermärkte.

Beim ersten Konzept geht es darum, hauptsächlich essfertige Produkte anzubieten, wobei der Bio - und Frischegedanke nicht zu kurz kommen dürfen. Diese Formate enthalten oft auch eine Bäckerei sowie die in der Zwischenzeit obligate Coffee-to-go-Ecke. Es handelt sich dabei um kleinflächige Geschäfte in hochfrequentierten Lagen mit hohem Anteil an arbeitender Bevölkerung im unmittelbaren Umfeld, wie z.B. die Spar-Filiale in der Wiener Babenbergerstraße 9.

Drive-In-Supermärkte sind Lebensmittelhäuser, in denen der Konsument online seinen persönlichen Warenkorb zusammenstellen kann und diesen nur mehr abholt (siehe dazu Rewe Express). „Mit diesen und ähnlichen Konzepten versucht man nach extrem expansiven Jahren, in denen hauptsächlich bestehende Konzepte multipliziert wurden, die Konsumenten gezielter zu erreichen“, kommentiert DI Oberweger. "Convenience, Nahversorgung und Bio sind die großen Themen unserer Konsumentenkultur. Wer diese Trends richtig interpretiert und den für viele so lästigen Lebensmitteleinkauf leichter und attraktiver macht, wird auch in Zukunft Erfolg haben.“

Supermärkte punkten mit Bio-Produkten und Eigenmarken



Allein im vergangenen Jahr ist der Bio-Markt in Österreich um beachtliche 20 Prozent auf rund 1,05 Milliarden Euro Umsatz gewachsen. Dieser Bereich, der sowohl Lebensmittel als auch Non-Food-Produkte umfasst, macht circa 6 Prozent des gesamten Umsatzes im Lebensmittelhandel aus. Die Bio-Welle ist damit ungebrochen, jedoch profitieren davon immer mehr die klassischen Supermärkte: Der Großteil des Bio -Umsatzes wird nicht im spezialisierten Fachhandel, sondern im herkömmlichen Lebensmittelhandel (69 Prozent) erreicht. Der herkömmliche Lebensmittelhandel hat die Palette an Bio-Produkten im vergangenen Jahrzehnt stark ausgebaut und insbesondere durch die Diskonter wurden Bio-Waren auch leistbarer. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass Bio-Supermärkte nur sehr langsam wachsen und expandieren. Aber auch zwischen Supermärkten und Diskontern gibt es einen harten Preiskampf: Die klassischen Supermärkte haben durch den kontinuierlichen Ausbau an preisgünstigen Eigenmarken darauf geachtet, dass sie die diskontaffine Konsumentenschicht besser bedienen. Diese Entwicklungen scheinen sich zu rentieren. Die großen Supermärkte wie Billa, Merkur, Spar konnten eine gute Umsatzbilanz für 2010 verbuchen, während die Diskonter nur mehr um magere 0,9 Prozent wuchsen.
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