Spar: Supermarkt am Salzburger Hauptbahnhof e...
 
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Supermarkt am Salzburger Hauptbahnhof erhitzt die Gemüter

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Eröffneten den neuen Spar-Supermarkt mit Bistro im Salzburger Bahnhof: Spar-Vorstandsvorsitzender Gerhard Drexel, Landesrat Walter Blachfellner, Christof Rissbacher, Geschäftsführer Spar Salzburg und Tirol sowie Spar-Vorstandsdirektor Hans K. Reisch (V. l. n. r.) © Spar
Eröffneten den neuen Spar-Supermarkt mit Bistro im Salzburger Bahnhof: Spar-Vorstandsvorsitzender Gerhard Drexel, Landesrat Walter Blachfellner, Christof Rissbacher, Geschäftsführer Spar Salzburg und Tirol sowie Spar-Vorstandsdirektor Hans K. Reisch (V. l. n. r.) © Spar

Am Freitag, 1. Juni, eröffnete direkt im Anschluss an die renovierte Halle des Salzburger Hauptbahnhofes ein neuer Spar Supermarkt mit Bistro.

Reisende finden hier eine große Auswahl an "Food to go" sowie Menüs zum sofortigen Verzehr. Außerdem steht eine Vielzahl von Produkten für den täglichen Bedarf bereit. Geöffnet hat der Markt Montag bis Samstag von 6.00 bis 23.00 Uhr und Sonn- und Feiertags von 8.00 bis 23.00 Uhr.

Ermöglicht wurden diese ausgedehnten Öffnungszeiten durch eine Sonderverordnung des Salzburger SP-Landesrats Walter Blachfellner, die nun bei Gewerkschaft und Katholischer Kirche auf heftige Kritik stößt.  Blachfellner hat dabei auch die gesetzliche Verkaufsbeschränkung von Reiseproviant auf Lebensmittel ausgeweitet und erlaubt dafür eine Verkaufsfläche von 385 Quadratmetern, während etwa am Wiener Westbahnhof oder in Linz die Regelung maximal 80 Quadratmeter vorsieht.

"Das ist ein Kniefall vor einem Unternehmen, der zulasten der Beschäftigten geht", kommentiert der Vorsitzende des Wirtschaftsbereichs Handel in der GPA-djp, Franz Georg Brantner, diese Entscheidung. Scharfe Kritik kommt auch vom GPA-djp-Vorsitzenden Wolfgang Katzian: "Dass der Landesrat als ehemaliger Vorsitzender des ÖGB Salzburg alle Einwände der Sozialpartner und die Interessen der Beschäftigten mit dieser Verordnung ignoriert, ist unfassbar. Dass er mit seiner Vorgangsweise gleichzeitig kollektivvertragliche Rahmenregelungen desavouiert, wird die GPA-djp nicht widerstandslos hinnehmen", so Katzian.

Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser übt ebenfalls heftige Kritik an der Sonderregelung. Er weist auf den ausdrücklichen Schutz der Sonntagsruhe in der Salzburger Landesverfassung hin und warnt davor, grundsätzlich festgelegte Werte, die allen in der Gesellschaft dienen, unter dem Titel "Ausnahme" zu umgehen. Doris Witzmann, Präsidentin der Katholischen Aktion Salzburg, warnt aufgrund der neuen Regelung vor einem möglichen "Dammbruch durch eine Extrawurtst beim Hauptbahnhof", der vor allem auf Kosten von Müttern und Alleinerziehenden gehe.

"Niemand braucht Angst vor einem 'Dammbruch' zu haben", räumt Spar-Vorstandsvorsitzender Gerhard Drexel die Befürchtungen einer Ausweitung der Sonntags-Öffnungen auf alle Spar-Standorte aus dem Weg. "Erstens ist das in Österreich gesetzlich nicht erlaubt und zweitens von Spar absolut nicht erwünscht", so Drexel, der auch darauf hinweist, dass für die Filiale am Salzburger Hauptbahnhof gemeinsam mit dem Spar-Betriebsrat eine eigene Betriebsvereinbarung abgeschlossen wurde. In dieser sind, neben den gesetzlich verankerten Zuschlags- und Ruhe-Bestimmungen für Arbeitszeiten ab 18.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen, noch weitere Erleichterungen für die 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Filiale am Salzburger Hauptbahnhof geregelt.
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