LEH Österreich: Top-News Pfeiffer/Zielpunkt
 
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Top-News Pfeiffer/Zielpunkt

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Dr. Erich Schönleitner, GF Pfeiffer-Holding
Dr. Erich Schönleitner, GF Pfeiffer-Holding

Dr. Erich Schönleitner, Geschäftsführer der Pfeiffer-Holding, stellt im CASH-Gespräch fest: "Wir glauben an den Erfolg des Kooperationsprojektes Pfeiffer/Zielpunkt."

Für die Branchenteilnehmer gibt das intensive Zielpunkt-Engagement der Pfeiffer-Holding in ihrer Eigenschaft als Minderheitseigentümerin (24,9 %) Rätsel auf. Die Frage, die alle beschäftigt ist, ob Pfeiffer die klare Absicht verfolgt, die angemeldete Option auf die Übernahme auf in Summe fünfzig Prozent zu nehmen bzw. vielleicht sogar alleiniger Eigentümer von Zielpunkt werden will.

Für Pfeiffer-Holding-Geschäftsführer Dr. Erich Schönleitner, der unverändert dem Zielpunkt-Aufsichtsrat angehört, hängt eine weitere gesellschaftsrechtliche Verbindung von Pfeiffer mit Zielpunkt davon ab, "wie sich die operativen Effekte, die wir mit unserem jetzigen Kooperationsprojekt erreichen wollen, entwickeln". Dass man sich im April dieses Jahres nach eingehender Analyse für die Minderheitsbeteiligung entschieden hat, zeige aber, "dass Pfeiffer großes Interesse an Zielpunkt hat. Wir sind nicht angetreten, um im Stillstand zu verharren."

Die Zusammenarbeit mit Zielpunkt, die von Schönleitner aktuell als "Kooperationsprojekt" bezeichnet wird, soll die großen Bereiche Logistik, Sortiment und Einkauf in eine für Zielpunkt ertragswirksame Richtung führen. Nur dann, so Schönleitner, könne über weitere Schritte nachgedacht werden.

Diese Ertragswirksamkeit wird auch davon abhängen, wie Zielpunkt hinkünftig von den Verbrauchern angenommen wird. "In den letzten 15 Jahren gab es zu viele Neu- und Umpositionierungsversuche", sagt Schönleitner. "2013 wollen wir Zielpunkt am Markt durchpositionieren". Er rechnet sich auch in Wien, wo Billa Platzhirsch ist, gute Chancen aus. "Zielpunkt hat in Wien zirka 137 Standorte, Billa rund 160. Die Performance von Zielpunkt im ersten Halbjahr war deutlich besser als in der Vergangenheit, es wurden Frequenzanteile dazu gewonnen".

Sortimentsmäßig geht es eindeutig in die Richtung einer Sortimentsabgleichung mit Unimarkt, und hier wurde einiges vorangetrieben. Aktuell liegt der Sortimentsabgleich bei 85 Prozent, vor einem halben Jahr lag er bei einem Drittel des gesamten Sortiments.

Die Gefahr, die vorrangig Lieferanten im Zusammenhang mit dem vom Top-Team gesteuerten Einkauf für Zielpunkt sehen, nämlich die Pfeiffer-Konditionen generell auf Zielpunkt umzuwälzen, kommentiert Schönleitner so: "Top-Team kauft für alle unsere Vertriebstöchter ein, aber wir verwischen das nicht, sondern der Einkauf wird sauber getrennt gehalten". Auch in diesem Punkt hat man sich mit der Bundeswettbewerbsbehörde abgestimmt, so wie der gesamte Deal in Abstimmung mit der BWB über die Bühne gegangen sei. Diese ist bekanntlich zum Schluss gekommen, dass er nicht anmeldepflichtig ist.

Dr. Gerald Schmidsberger, Alleingesellschafter der BOW Beteiligungs GmbH., die 75,1 Prozent der Zielpunkt-Anteile hält, ist nun übrigens Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Zur geschilderten Durchpositionierung von Zielpunkt am Markt mit Jahresbeginn will sich Dr. Erich Schönleitner nicht im Detail äußern. "Die Frage, ob Zielpunkt als Supermarkt positioniert wird, ist ein strategisches Geheimnis."    

Die Unternehmensgruppe Pfeiffer hat sich jedenfalls bisher noch nicht mit dem Diskontgeschäft beschäftigt. Weshalb die Vermutung naheliegt, dass es bei einem Supermarkt bleibt. Ob mit oder ohne Schirnhofer, diese Entscheidung sei noch nicht gefallen. "Dazu müssen wir erst noch strategische Partnergeespräche mit Schirnhofer führen", sagt Schönleitner im CASH-Gespräch.
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