Global 2000 / AK NÖ / Südwind: Ungesunde Rück...
 
Global 2000 / AK NÖ / Südwind

Ungesunde Rückstände in Superfoods

Denise/pixelio.de
Pars pro toto Chiasamen: In Superfood wurden Pestizidrückstände gefunden © Denise/pixelio.de
Pars pro toto Chiasamen: In Superfood wurden Pestizidrückstände gefunden © Denise/pixelio.de

Der Superfood-Test von Global 2000, Südwind und AK Niederösterreich untersuchte Goji-Beeren, Chia-Samen und anderes Superfood und konnte Pestizide nachweisen.

Die Umweltschutzorganisation Global 2000 hat gemeinsam mit der Arbeiterkammer Niederösterreich und der Menschenrechtsorganisation Südwind so genannte Superfood-Produkte auf Pestizide und Schwermetalle sowie soziale und ökologische Auswirkungen untersucht. Bis zu 13 Pestizide wurden auf Goji-Beeren nachgewiesen, bei Chia- und Leinsamen gab es sogar Überschreitungen der gesetzlichen Pestizid-Höchstwerte.

Dr. Waltraud Novak, Pestizid-Expertin bei Global 2000, zu den Ergebnissen: „Diese so genannten Superfoods werden unter der Annahme konsumiert, dass sie ausgesprochen förderlich für die Gesundheit und das Wohlbefinden sind. Was man sicher nicht auf solchen Lebensmitteln erwartet, sind Rückstände von gesundheitsgefährdenden Substanzen wie Pestiziden oder Schwermetallen. Doch genau diese haben wir bei unserem Test gefunden. Obwohl die gefundenen Mengen nicht akut gesundheitsgefährdend sind, ist über das Zusammenwirken von mehreren Pestiziden gleichzeitig noch sehr wenig bekannt und diese ,Cocktails‘ sind auch nicht gesetzlich geregelt. Viele der gefundenen Substanzen stehen außerdem im Verdacht, krebserregend oder fortpflanzungsschädigend zu sein.“

Mehrere der gefundenen Wirkstoffe sind in der EU aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zugelassen, weil sie beispielsweise das Erbgut verändern oder das Kind im Mutterleib schädigen können. In den Herkunftsländern werden diese Stoffe aber weiterhin angewendet. Auch Rückstände von Blei und Cadmium wurden auf allen Goji-Beeren nachgewiesen. Novak fordert: „Produkte von denen man annimmt, dass sie gesund sind, dürfen keine Rückstände von gesundheitsschädlichen Substanzen aufweisen. Die Hersteller sind gefordert, eine den Erwartungen entsprechende Qualität zu garantieren.“

Herkunft unbekannt

Bei vielen Produkten wurden auf der Verpackung keine Angaben zur Herkunft gefunden. Auch wenn es gesetzlich nicht vorgeschrieben ist, das Ursprungsland bei Superfoods anzugeben, sind diese Informationen unabdingbar, um eine informierte Kaufentscheidung zu treffen. Deswegen fordert Global 2000 vom Gesetzgeber, Vorgaben zu schaffen, damit eine durchgängige Kennzeichnung des Anbaulandes bei Lebensmitteln möglich wird.  Zudem weist man darauf hin, dass, auch wenn bei der Mehrzahl der Produkte keine gesetzlichen Höchstwerte überschritten wurden und es keine akuten Gefahren für Konsumenten gibt, die vielen Rückstände doch auch auf eher hinterfragenswerte Produktionsbedingungen hindeuteten.

Besser zu heimischen Superfoods greifen


Heimisches Obst und Gemüse kann leicht mit exotischen Superfoods mithalten. Heidelbeeren und Johannisbeeren stehen Cranberries um nichts nach, und Hirse ist genauso gesund wie Quinoa. Heimische Hagebutten übertreffen sogar die Goji-Beeren mit ihrem Vitamin-C-Gehalt. Dr. Novak empfiehlt: „Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich saisonalem Gemüse und Obst aus regionalem Bio-Anbau ist unschlagbar gut – für Gesundheit und Umwelt.“

Der Superfood-Test von GLOBAL 2000, Südwind und Arbeiterkammer Niederösterreich im Detail

Die umfassende Broschüre der Arbeiterkammer Niederösterreich „Ernährungstrends unter der Lupe“
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