Metro: Update: Metro will Übernahme abwehren
 
Metro

Update: Metro will Übernahme abwehren

Hartmut Naegele
Olaf Koch, Vorsitzender des Metro-Vorstands © Hartmut Naegele
Olaf Koch, Vorsitzender des Metro-Vorstands © Hartmut Naegele

Vorstand und Aufsichtsrat empfehlen ihren Aktionären, das Angebot von EPGC, welches Metro "erheblich unterbewertet", nicht anzunehmen. Die Großaktionäre Beisheim und Meridian haben sich bereits gegen das Kretinsky-Angebot ausgesprochen.

Anlässlich des am 10. Juli 2019 erfolgten Übernahmeangebots durch die EP Global Commerce VI GmbH (EPGC), einer vom tschechischen Unternehmer Daniel Křetínský kontrollierten Holdinggesellschaft, äußert sich heute, Mittwoch, auch der Metro-Vorstand und Aufsichtsrat in einer offiziellen Stellungsnahme dazu. 

Darin heißt es u.a.: "Wir sind gegenüber Änderungen im Aktionärskreis aufgeschlossen. Unabhängig davon ist Metro jedoch aus Sicht von Vorstand und Aufsichtsrat bereits heute in der Lage, auf das sich dynamisch entwickelnde Marktumfeld zu reagieren. Wir halten den von EPGC offerierten Preis für nicht angemessen, weil er Metro erheblich unterbewertet, und empfehlen unseren Aktionären auch nach Prüfung der weiteren Konditionen, das Angebot nicht anzunehmen," so Olaf Koch, Vorsitzender des Vorstands von Metro.

EPGC bot 16 Euro € je Metro-Stammaktie und 13,80 Euro je Vorzugsaktie. Das ist Deutschen, die erst gestern die Ergebnisse des dritten Quartals offenlegten, zu wenig. Koch warnt außerdem davor, dass eine Übernahme durch EPGC die operative Flexibilität und strategische Handlungsfähigkeit von Metro "aufgrund der hohen Fremdkapitalfinanzierung einschränken könnte".

"Wir sind davon überzeugt, dass unsere Unternehmensstrategie nachhaltiges und profitables Wachstum für die Zukunft von Metro schafft. Wir haben seit 2012 umfangreiche Maßnahmen ergriffen, die unser Unternehmen transformiert haben und vollumfänglich auf den Großhandel fokussieren werden", erklärt Koch.

Mittlerweile haben sich auch die Metro-Großaktionäre Beisheim Und Meridian zu Wort gemeldet und möchten - so LZnet in einer Eilmeldung - ihre Stimmanteile bündeln und weiter ausbauen. Ihre Intention liegt auf der Hand: Eine positive Weiterentwicklung der Metro AG in die Zukunft garantieren. Momentan halten beide gemeinsam einen anteil an der Metro von 20,35 Prozent und definitiv eine Absichtserklärung für den Erwerb weiterer anteile geüußert.

Metro konnte im dritten Quartal vor allem dank positiver Effekte aus dem Ostergeschäft zugelegen. Bei einem Umsatzplus von 2,8 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro legte das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) ohne Immobilientransaktionen um 3,7 Prozent auf 316 Millionen Euro zu. Das flächenbereinigte Umsatzwachstum lag bei 2,3 Prozent.

stats