Nielsen: Verbrauchervertrauen sinkt
 
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Verbrauchervertrauen sinkt

Tim Caspary/pixelio.de
© Tim Caspary/pixelio.de
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In Österreich hat das Vertrauen der Bürger in ihre wirtschaftliche Situation Ende 2012 abgenommen.

Dies ist das Ergebnis einer weltweiten Umfrage zum Thema Verbrauchervertrauen und Einkaufsgewohnheiten von Nielsen. Der Studie zufolge hatten im vierten Quartal des vergangenen Jahres 60 Prozent der befragten Österreicher das Gefühl, ihr Land befinde sich in einer Rezession. In den drei Monaten zuvor waren es nur 53 Prozent gewesen.

Nur noch 41 Prozent empfand die Jobperspektiven als gut oder exzellent – das waren acht Prozent weniger als im dritten Quartal. 48 Prozent der Österreicher schätzte ihre persönliche finanzielle Situation negativ ein – sieben Prozent mehr als in dem Vorquartal. Größte Sorge der Österreicher blieb die wirtschaftliche Lage. An zweiter und dritter Stelle der Sorgenliste standen die steigenden Preise für Energie und Lebensmittel. Insgesamt fiel der österreichische Verbrauchervertrauensindex von Nielsen im vierten Quartal 2012 im Vergleich zu den vorherigen drei Monaten um sieben Punkte von 93 auf 86. Damit endete der kontinuierliche Anstieg des Verbrauchervertrauens seit Anfang 2012.

Angesichts des gefühlt schlechteren Wirtschaftsklimas hatten die Österreicher Ende 2012 weniger Lust zum Einkaufen als in den Vormonaten. 17 Prozent der Studienteilnehmer gab an, nach Abzug der Lebenshaltungskosten kein Geld mehr zum Shoppen zu haben – das waren zwei Prozent mehr als drei Monate zuvor. Um ebenfalls zwei Prozent sank die Anzahl derjenigen, die planten, in den nächsten zwölf Monaten wichtige oder schöne Dinge einzukaufen. Weniger Geld für Lebensmittel sowie Strom und Gas auszugeben, war im vierten Quartal die meist genannte Sparmaßnahme.

Auch im übrigen Europa hat sich die Stimmung Ende 2012 eingetrübt. Der Verbrauchervertrauensindex sank in den letzten drei Monaten im Vergleich zum dritten Quartal um drei Punkte auf 71. Einen negativen Trend verzeichneten 20 von 29 Ländern; insgesamt zehn davon mit einem Vertrauensverlust von sechs oder mehr Punkten, wobei Belgien die Spitzenposition mit minus 14 Punkten einnimmt. Der Index fiel zudem unter anderem in Frankreich (minus 9), Schweiz (minus 9) und in den Niederlanden (minus 7).

„Grundsätzlich bleiben die Verbraucher weltweit wachsam und haben sich Ende des vergangenen Jahres mit ihren Ausgaben angesichts globaler ökonomischer und politischer Unsicherheiten erneut zurückgehalten“, erklärt Dr. Venkatesh Bala, Chefökonom von The Cambridge Group, einer Tochtergesellschaft von Nielsen. Verbraucher hätten weltweit mit wachsenden wirtschaftlichen Sorgen zu kämpfen, da die Eurokrise sich von Problem- auf Kernländer ausgeweitet habe, die Fiskalklippe in den USA als Drohszenario auftauchte und in China die steigende Inflation geldpolitische Maßnahmen notwendig machte. Angesichts anhaltender Schwäche in Europa und uneinheitlichem Wachstum in Asien könne es laut Dr. Bala sehr gut sein, dass die USA – mit einem sich verbesserndem Arbeitsmarkt – der entscheidende Treiber einer sich erholenden Weltwirtschaft in 2013 werde.


Eine grafische Darstellung des Verbrauchervertrauensindex können Sie hier herunterladen.
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