VKI: Plastikreduktion: Noch ein langer Weg
 
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Plastikreduktion: Noch ein langer Weg

stux - pixabay

Laut einer Untersuchung des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) werden noch immer zwei Drittel der Produkte nur in Kunststoffverpackungen angeboten.

Vor einem Jahr führte der VKI in den heimischen Supermärkten eine Stichprobe zum Thema Kunststoffverpackungen durch. Das Ergebnis: 1.589 Artikel in 58 Filialen von 13 Handelsketten wurden erfasst. Davon standen 1.050 Plastikverpackungen zum Verkauf.

Bei einer neuerlichen Untersuchung in diesem Jahr zeigt sich, dass von 1.498 Artikel in 59 Filialen immer noch 1.001 Produkte in Plastik verpackt sind. Im Detail ergaben sich zwar Veränderungen zum Vorjahr, teils dank intensiver öffentlicher Diskussion und einer Veränderung an der Verpackungsstrategie der Supermärkte, allerdings liegt der Anteil von in Kunststoff verpackter Ware, wie schon 2019, bei ziemlich genau zwei Drittel und stagniert insgesamt auf hohem Niveau.

Die Analyse im Detail

Bei Spar Gourmet war der Plastikverpackungsanteil mit 53 Prozent um elf Prozentpunkte geringer als im Vorjahr. Damit reiht sich das Unternehmen auf Platz drei hinter den Top-Anbietern Denn’s und Etsan mit der geringsten Plastikquote ein. Auch Hofer schneidet um sieben Prozentpunkte besser ab als im Vorjahr, allerdings zählt das Unternehmen zusammen mit Lidl und Penny nach wie vor zu jenen drei Handelsketten, die mit einem Plastikverpackungsanteil von über 70 Prozent die letzten drei Plätze belegen. Das beste Ergebnis in der diesjährigen Stichprobe erreicht erneut der Bio-Anbieter Denn’s. Denn’s belegte schon im letzten Jahr den Spitzenplatz mit einer Plastikquote von nur 16 Prozent. In diesem Jahr wurde sogar nur ein Plastikverpackungsanteil von elf Prozent festgestellt.

Birgit Beck, Projektleiterin im VKI, resümiert: "Im Gesamtbild hat sich im Laufe des letzten Jahres jedoch wenig getan. Trotz der regen medialen Diskussion um Plastikmüll blieb der Anteil an verpackter Ware bei den von uns geprüften Artikeln mehr oder weniger konstant. Neben den Nachteilen für die Umwelt ist oft auch der Vorteil für den Kunden nicht wirklich zu erkennen. Verpackte Ware zwingt Kleinhaushalte, beispielsweise Singles oder alleinstehende ältere Menschen, häufig dazu, mehr kaufen zu müssen als sie tatsächlich verbrauchen. Außerdem erschwert eine Plastikhülle die Qualitätskontrolle der Ware und belastet die Konsumentinnen und Konsumenten mit Aufwand und Kosten für die Entsorgung des Kunststoffmülls. Da hilft auch der ohnehin geringe Anteil an ‚Bio-Kunststoff‘ nicht, denn der ist von den Verbrauchern oft nicht eindeutig zu identifizieren und wird zudem von vielen Unternehmen der Abfallwirtschaft nicht anders entsorgt als normales Plastik."


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